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Melkroboter

Aus der Praxis: 10 Jahre Melkrobotereinsatz

Melkroboter Kontrolle
am Dienstag, 06.11.2018 - 12:02 (Jetzt kommentieren)

Seit zehn Jahren arbeitet Josef Müller aus dem oberbayerischen Dachau mit einem Melkroboter — Zeit für ein Fazit.

Vor zehn Jahren haben wir uns für das automatische Melken entschieden. Seitdem erledigt der Roboter die Melkarbeit bei rund 50 laktierenden Kühen. Was die Arbeitszeit angeht, wurden unsere Erwartungen voll erfüllt. Was die Flexibilität angeht, würde ich Abstriche machen. Man hat zwar keine festen Stallzeiten mehr und es kann notfalls auch einer allein die Arbeit ausführen. Auch das Einmelken von störrischen Kalbinnen geht nicht ohne Hilfe. Aber da ist die ständige Rufbereitschaft: Im Melkstand hast du morgens und abends zwei Stunden, danach ist die Sache erledigt. Beim Melkroboter muss man 365 Tage 24 Stunden für einen möglichen Alarm bereitstehen.

Milchleistung ging nach oben

Wir liegen jetzt etwa bei einer Milchleistung von rund 9.200 l je Kuh und Jahr. Die Leistung ist seit dem Einbau um etwa 2.000 l gestiegen. Das liegt nur zum Teil am Stahlmelker. Wir haben vor allem durch Zucht und intensivere Futterberatung an der Leistungsschraube gedreht. Ich denke, wer über 65 Kühe am Roboter hat, muss sich die Milch hart erarbeiten. Denn die Maschine hat dann nahezu keine freien Kapazitäten mehr und jede Störung des Ablaufs wirkt sich sofort aus. Wenn wir einen Alarm haben, wegen dem die Maschine 3 bis 4 Stunden steht, haben wir das in einem halben Tag wieder aufgeholt. Mit 65 Kühen hat man da ordentlich zu kämpfen.

Klauen und Fütterung müssen passen

Für uns ist immer noch der freie Kuhverkehr das Mittel der Wahl. Jede Kuh soll selbst entscheiden, ob sie fressen, liegen oder gemolken werden will. Ich spreche hier als Milchviehhalter von einem 50-Kuh-Betrieb. Bei uns funktioniert das. Wie viel nachgetrieben werden muss, hängt meist an einem selbst. Wenn Klauen und Fütterung passen, gibt es auch nicht viel zu treiben.

440.000 Melkungen in zehn Jahren

Unser A3 hat mittlerweile 440.000 Melkungen auf dem Buckel. Das entspricht etwa 130 Melkungen am Tag. Wenn man bedenkt, dass die Maschine rund 8.800 Stunden pro Jahr bereitstehen muss und bei mir rund 5.000 Stunden arbeitet, ist die Zuverlässigkeit erstaunlich.

Viel Geld für den Ersatz

Ersatzteil-, Verschleißteil- und Reinigungsmittelkauf ist sicher das größte Ärgernis. Man ist auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Konkurrenz ist nahezu ausgeschlossen. Sie müssen immer beim Hersteller bezogen werden. Preisspielräume gibt es kaum. Manchmal fallen überzogene Preise auf.

Fazit Melkrobotereinsatz

Ich würde sagen, dass die Technik unsere Erwartungen erfüllt hat. Ich würde aber jedem raten, sich genau zu überlegen, ob diese Abhängigkeit von der Technik zu ihm und der betrieblichen Situation passt. Der Service ist zuverlässig. Die Überwachung der Herde funktioniert hervorragend und wird immer besser.

Fazit: 10 Jahre Arbeiten mit dem Melkroboter

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