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MIlchviehhaltung

Aus der Praxis: Ausreichend Wasser im Milchviehstall

Damit Kühe eine gute Milchleistung haben, muss die Wasserversorgung stimmen. Ein Beispiel aus der Praxis zeigt, worauf es ankommt.

am Mittwoch, 28.09.2022 - 05:00 (1 Kommentar)

Arnold und Matthias Gührer bewirtschaften gemeinsam einen Milchviehbetrieb in der Nähe des baden-württembergischen Tettnang. Auf dem Hof von Vater und Sohn stehen 174 melkende Kühe, die von drei Melkrobotern gemolken werden. Im Stallkomplex aus den in den Jahren 2010 und 2019 erbauten Ställen befinden sich Holstein- und Fleckviehkühe und ihre Gebrauchskreuzungen. Beim Betriebsbesuch hat es über 30 °C im Schatten. Die Deckenventilatoren laufen auf Hochtouren und die Tiere suchen die Tränken mit hoher Frequenz auf.

Wasserversorgung: Ventil- und Trogtränken

Matthias und Arnold Gührer

Das Besondere im neuen Stall ist die Kammaufstallung mit schnellen Wegen zum Futtertisch auf der einen Seite und zum Laufhof mit Futterband auf der anderen Seite. Auf der Stirnseite zum Futtertisch befindet sich ein Teil der Ventiltränken und eine kurze Trogtränke aus Kunststoff. Die Kühe können sich sowohl im alten als auch im neuen Stall frei bewegen. Über den gesamten Stall sind sechs Trogtränken und sechs Doppelventiltrogtränken verteilt. Rund die Hälfte der Tränken befinden sich in der Nähe der Roboter, die weiteren Tränken im Bereich des Futtertischs.

Praxiserfahrung: Kürzere Trogtränken wären gut

Die Trogtränken werden dreimal täglich gereinigt. „Wenn wir die Liegeboxen saubermachen, werden auch die Trogtränken gereinigt. Das ist auch nötig, da sie ziemlich schnell verschmutzen“, erklärt Matthias Gührer. Die Ventiltränken müssten hingegen nur alle vier bis fünf Wochen gereinigt werden. Dann brauche man aber einen Hochdruckreiniger, um den Dreck hinter den Ventilklappen zu beseitigen. „Ich beobachte, dass die Trogtränken häufiger genutzt werden. Durch das dreimalige Reinigen am Tag werden je Tränke und Durchgang rund 100 l abgelassen. Da kommt schon einiges zusammen“, sagt der Milchviehhalter. Er würde sich kleinere Trogtränken wünschen, bei denen der Wasserverbrauch entsprechend kleiner wäre. Eine kleinere Plastiktrogtränke haben sie im Stall eingebaut. Die habe jedoch ein anderes Problem. „Ihr fehlt es an Stabilität, wenn zum Beispiel brünstige Tiere gegen die Tränke drücken, verzieht sich der Rahmen“, erklärt der 37-jährige Milchviehhalter. Das Wasser des Betriebs kommt aus einem Brunnen und wird regelmäßig untersucht, da auch der Milchtank mit dem Wasser gereinigt wird. „Um es zum Reinigen im Melkroboter zu nutzen, wird das Wasser entkalkt, aber als Tränkewasser für die Kühe ist keine zusätzliche Behandlung des Wassers nötig.“

Alle Tränkeleitungen sind frostsicher verlegt und als Ringleitung ausgelegt. Die Tränken im Laufhof sind zusätzlich beheizbar. Im Bereich des Laufhofs fehlen dem Milchviehhalter noch Tränken. Die sind aber schwierig nachzurüsten. Er hat schon darüber nachgedacht, ein Weidefass von außen hinzustellen und damit die Wasserversorgung noch zu verbessern.

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