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Milchproduktion

Preisanstieg Milchprodukte: Neuauflage von 2007?

© yamix/Fotolia
von , am
26.04.2013

Was passiert am Milchmarkt? Experten vom ife-Institut haben sich die Situation angesehen und Parallelen zum Milchjahr 2007 festgestellt.

Nicht alle Milchkühe sind für AMS geeignet. © Mühlhausen/landpixel
Dass im Frühjahr Milchprodukte teurer werden ist an sich ungewöhnlich, in der Regel wird eher mit nachgebenden Preisen gerechnet, und so war es wohl auch zu Beginn dieses Jahres. Angesichts des knappen Angebots der wichtigsten Exportländer außerhalb der EU und anhaltend starker Nachfrage am internationalen Markt stößt das europäische Angebot auf zunehmendes Interesse internationaler Käufer. Das berichten Erhard Richarts und Prof. Dr. Holger D. Thiele vom  ife Institut für Ernährungswirtschaft Kiel.
Deutete zu Beginn dieses Jahres die Marktentwicklung mehr auf eine Parallele zu 2011 hin, ist jetzt eine ähnliche Entwicklung wie 2007 vorstellbar. Mittlerweile liegt der Kieler Rohstoffwert Milch in einer Größenordnung von 39 Cent je kg Standardmilch. Auch die Terminkurse an der Terminbörse für Milchprodukte in Frankfurt (Eurex) liegen oberhalb von 40 Cent je kg Milch für Juli und August dieses Jahres.
Ein wichtiges Moment ist jedoch anders als 2007: Andere agrarische Rohstoffe tendieren zur Schwäche, auch die Kosten für zuzukaufende Futtermittel. Aus Sicht der Milcherzeuger ist dies eine erfreuliche Entwicklung, zumal es einige Zeit dauern dürfte, bis die erhöhten Verwertungen auch als höhere Milchauszahlungspreise allen Lieferanten in Deutschland und Europa zu Gute kommen. Denn, wie erwähnt, spielen die unterschiedlichen Kontraktlaufzeiten eine große Rolle. Vor allem bei der Milch, die zur Käseherstellung eingesetzt wird, könnte es noch länger dauern. Der Frischebereich dürfte bereits ab Mai deutlich steigen.

Weltmarkt ist wichtiger Motor für Preisentwicklung

Auch wenn die Exporte im vergangenen Jahr gerade zwölf Prozent der Anlieferung entsprochen haben, erweist sich der Weltmarkt als wichtiger Motor für die Preisentwicklung am europäischen Binnenmarkt, wenn auch mit der hinlänglich bekannten Volatilität. Dabei haben sich seit 2006 die Preiszyklen auf zwei Jahre verkürzt, und der Trend durch alle Höhen und Tiefen zeigt nach oben. Im Milchpreisvergleich schneiden mittlerweile viele Molkereiunternehmen mit überdurchschnittlichen Exportanteilen besser ab als manche mit dem stärkeren Fokus auf dem Binnenmarkt - das war früher andersherum.

Starke Nachfrage trifft auf zurückgehende Erzeugung

Die Ursachen für den Preisanstieg sind zum Einen die in allen für den Export relevanten Erzeugerländern hinter den Erwartungen zurückbleibende Erzeugung bei anhaltend starker Nachfrage am internationalen Markt, und zwar nicht nur, aber vor allem in Neuseeland und der EU, die als Lieferanten am Weltmarkt die ersten Plätze innehaben.  In Neuseeland leidet die Milcherzeugung unter extremer Dürre, so dass möglicherweise vermehrte Deckungskäufe in anderen Ländern einschließlich der EU und USA notwendig sind, um eingegangenen Lieferverpflichtungen nachzukommen.

Preissteigerung im Frischebereich

Mittlerweile liegt der Kieler Rohstoffwert Milch in einer Größenordnung von 39 Cent je kg Standardmilch. Auch die Terminkurse an der Terminbörse für Milchprodukte in Frankfurt (Eurex) liegen oberhalb von 40 Cent je kg Milch für Juli und August dieses Jahres. Andere agrarische Rohstoffe tendieren zur Schwäche, auch die Kosten für zuzukaufende Futtermittel. Aus Sicht der Milcherzeuger ist dies eine erfreuliche Entwicklung, zumal es einige Zeit dauern dürfte, bis die erhöhten Verwertungen auch als höhere Milchauszahlungspreise allen Lieferanten in Deutschland und Europa zu Gute kommen. Denn die unterschiedlichen Kontraktlaufzeiten spielen eine große Rolle. Vor allem bei der Milch, die zur Käseherstellung eingesetzt wird, könnte es noch länger dauern. Der Frischebereich dürfte bereits ab Mai deutlich steigen.
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