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Milchproduktion

'Programm ist nicht europäisch genug'

von , am
26.10.2009

Berlin - Bei der Pressekonferenz zur Vorstellung des Konjunkturbarometers am Donnerstag
kritisierte Adalbert Kienle, stellvertretender Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes, das Quotenherauskaufprogramm.

Adalbert Kienle © Werkbild

"Wir sind froh, dass der Agrarrat sich jetzt deutlich nach vorne orientiert”, lobte Kienle die beschlossenen Maßnahmen. Die 280 Millionen Euro aus dem Milchfonds, von denen ca. 55 Millionen Euro den deutschen Landwirten zu Gute kämen, könnten dem Milchmarkt, der auf dem Weg nach oben sei, weiteren Rückenwind geben. Immerhin rechne man bis Jahresende mit einem Milchpreisanstieg auf 26 bis 30 Cent je Kilogramm Milch.

Man sei aber "völlig unzufrieden" darüber, wie lange es gedauert habe, bis der Agrarrat die Maßnahmen beschlossen habe. "Es ist einfach nicht in Ordnung, wie die Kommission über Monate hinweg versucht hat, das Thema auszusitzen", beklagte Kienle. Der Aufruhr der Milchbauern sei nicht ohne Grund entstanden.

Keine Zustimmung gab es von Seiten des Bauernverbandes für das Quotenherauskaufprogramm. Es sei deutlich zu erkennen, dass es sich dabei nicht um ein europäisches Programm handle. "Ich meine, es ist ein klares Zeichen, dass das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) diesem Programm klar skeptisch bis ablehnend gegenübersteht", betonte der stellvertretende Generalsekretär. Die Mehrheit der Mitgliedstaaten habe sich bereits ablehnend über ein solches Programm geäußert. "Auf dem europäischen Markt brauchen wir europäische Maßnahmen, die für alle gelten", forderte Kienle.

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