Login

Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Müllproblem

Qualvoller Tod: Kühe sterben an Müll vom Straßenrand

Glasflasche in der Natur
am Donnerstag, 21.03.2019 - 09:52

Kleingehäckselter Müll im Futter kann fatale Folgen für Kühe haben. Zwei Landwirte aus Rheinland-Pfalz berichten von ihren Erfahrungen.

Dass Müll auf den Wiesen gefährlich für Rinder ist, sollte inzwischen vielen klar sein. Landen Dosen und Flaschen kleingehäckselt im Kuhfutter, hat das oft fatale Folgen. In der Zeitung Volksfreund erzählen Milchviehhalter aus Rheinland-Pfalz von ihren Erlebnissen.

Um auf das Problem aufmerksam zu machen, nehmen sie nun auch teil an einem Dreck-weg-Tag.

Dosen oder Flaschen mit Gras kleingehäckselt

So berichtet ein Landwirt aus Saarburg der Zeitung, dass auf seinen Flächen immer wieder Dosen oder Flaschen zusammen mit dem Gras kleingehäckselt werden. Er könne gar nicht alles aufsammeln, was Autofahrer so alles wegwerfen.

Wütend meint er gegenüber dem Volksfreund: "Das müsste mal gefilmt werden, wie eine Kuh dann stöhnt beim Sterben. Das ist eine Katastrophe!" Wie Rasierklingen würden die scharfkantigen Teilchen die Kühe von Innen aufschlitzen, erklärt er der Zeitung.

Vier bis fünf Kühe sterben pro Jahr an Müll

Laut eigenen Angaben habe er so in der Vergangenheit bereits vier bis fünf Tiere pro Jahr verloren. Anfangs rührten die Kühe kein Futter mehr an und magern ab. Doch nicht jede Kuh sterbe auch daran, denn manchmal verkapselten sich die Fremdkörper im Innern auch. Sollte das jedoch nicht der Fall sein, so werde die Kuh nach zwei Wochen eingeschläfert, sagt der Landwirt.

Kampf gegen Müll: Magnet im Kuhpansen

Trotz Gegenmaßnahmen verliere er immer noch eine Kuh pro Jahr an den Müll. Er sammelt den Müll ein und hat seinen Tieren außerdem einen Magneten in den Pansen eingesetzt. Der bindet zwar die Metallteile, funktioniert aber nicht bei Plastik und Glassplittern.

Darüber hinaus häckselt der Landwirt die Wiesen im Abstand von zehn bis zwölf Metern zur Straße hin nicht mehr, berichtet er der Zeitung. Stattdessen schneidet er das Gras von dort nur grob. Größere Hartteile fressen die Kühe nicht.

Müllmenge am Straßenrand nimmt zu

Auch ein Landwirt aus Merzkirchen berichtet dem Volksfreund vom gleichen Problem. Bei ihm sind im letzten Jahr gleich sechs Kühe daran gestorben. Er glaubt ebenfalls, dass die Müllmenge am Straßenrand in den letzten Jahren zugenommen habe.

Neben Magneten in den Mägen hat er auch welche am Futtermischwagen angebracht. Deswegen beteiligt er sich genauso wie die anderen Landwirte an einem örtlichen Dreck-weg-Tag am 23. März. Die Initiatoren dieser Aktion weisen in ihren Aufrufen auch explizit auf das Problem des Kuhsterbens durch Müll hin, so der Volksfreund.

Hübsche Augen, weiches Fell: Die Rinder unserer Leser