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Milchproduktion

Quotenende eröffnet Wachstumschancen

© Krenn
von , am
23.04.2013

Mit dem Ende der Milchquote steht die Branche vor einer großen Herausforderung. Die Marktliberalisierung bietet Wachstumschancen durch Export und Nischenmärkte.

Derzeit wird Milch am globalen Markt preiswerter gehandelt. © Robert Schmetz/aboutpixel
"Auch wenn letztlich nicht mit Sicherheit vorhergesagt werden kann, wie sich der Milchmarkt entwickelt, bietet die Aufhebung der Mengenbeschränkung für die deutsche Milchwirtschaft durchaus Chancen. Sei es im Export mit Standardprodukten, mit Spezialitäten oder in Nischen auf dem zahlungskräftigen Heimatmarkt“, so Horst Reinhardt, Sprecher des Vorstands, anlässlich der Bilanzpressekonferenz der Rentenbank.
 
Die Molkereien stehen vor der Herausforderung, sich entweder über Markenprodukte und Spezialitäten oder über eine effiziente Produktion im internationalen Wettbewerb zu positionieren. Die deutschen Milchviehhalter können laut Förderbank ihre Wettbewerbsfähigkeit erhalten oder ausbauen, wenn es ihnen gelingt, die hohen Lohn- und Flächenkosten mit technischem und züchterischem Fortschritt zu kompensieren.
 

Kostennachteile, aber Standortvorteile

Weltweit steige die Nachfrage nach Milch und die Preise hätten sich seit dem Einbruch 2008/2009 nahezu verdoppelt. Durch die Liberalisierung der Milchmärkte käme es allerdings zu volatileren Preisen, worauf sich die Milchwirtschaft erst noch einstellen müsse. Im internationalen Vergleich weise Deutschland zwar Kostennachteile auf, das stabile Wirtschaftsumfeld, das gute Know-how und der große Binnenmarkt seien aber wichtige Standortvorteile. Hierzu gehörten auch die guten Finanzierungsbedingungen für den kapitalintensiven Bereich.
 
 

Molkereien und Erzeuger müssen sich abstimmen

Wie die Rentenbank weiter ausführt, ergäben sich durch die spezifischen Eigenschaften des Rohstoffs Milch gegenseitige Abhängigkeiten zwischen Milchlieferanten und den Molkereien. Die Milcherzeuger seien auf wettbewerbsfähige und erfolgreiche Molkereien angewiesen. Molkereien wiederum benötigten eine regelmäßige Belieferung. Um nach dem Quotenausstieg zu vermeiden, dass zuviel gelieferte Milch nur zu geringeren Preisen vermarktet werden kann, müssten teilweise die Lieferverträge zwischen den Molkereien und den Landwirten neu abgestimmt werden. Derzeit sei die Ausgestaltung dieser Verträge allerdings noch offen.
 

Molkereien eröffnen sich Möglichkeiten

Strategisch böten sich den Molkereien mehrere Möglichkeiten. So konzentrierten sich manche auf Spezialitäten oder regionale Produkte. Andere sähen eher Perspektiven im Aufbau einer eigenen starken Marke. In Betracht käme aber auch, größere und effizientere Strukturen zu schaffen, um so die Verhandlungsmacht gegenüber dem Handel zu erhöhen und Exportmärkte mit standardisierter Ware wie beispielsweise Trockenmilch oder Käse erschließen zu können.
 

Erzeuger sehen Chancen

Die Ergebnisse einer Befragung im Rahmen des Konjunkturbarometers Agrar im Dezember 2012 zeigten, dass die Milchviehhalter in den Veränderungen der Rahmenbedingungen für sich und die Milchbranche Chancen sehen und positiv in die Zukunft blicken. 40 Prozent der Landwirte schätzten die Zukunftsaussichten gut bzw. sehr gut ein, 50 Prozent standen der Entwicklung neutral gegenüber. Lediglich 10 Prozent beurteilten die Zukunft negativ.

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