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Haltung und Mast

Quotenerhöhung für brasilianisches Rindfleisch steht bevor

von , am
08.09.2009

Berlin - Brasiliens Rindfleischexporteure können sich auf einen verbesserten Zugang zum europäischen Binnenmarkt einstellen.

© Monika Adamczyk/Fotolia

Am kommenden Donnerstag wird im zuständigen Brüsseler Verwaltungsausschuss die Abstimmung über eine Erhöhung bestimmter brasilianischer Rindfleischkontingente erwartet. Laut einem Vorschlag der EU-Kommission wird die Quote für das qualitativ hochwertige "Hilton Beef" aus Brasilien auf 10.000 Tonnen verdoppelt. Für "Hilton Beef" gilt in der Europäischen Union ein Wertzoll von 20 Prozent.

Weitere Lieferländer sind unter anderem Argentinien und Uruguay. Darüber hinaus soll die zollermäßigte EU-Importquote für hochwertiges Rindfleisch aus Brasilien zur Verarbeitung erhöht werden, und zwar um insgesamt 11.000 Tonnen. Begründet werden die Vorschläge mit der Anfang 2007 wirksam gewordenen EU-Mitgliedschaft Rumäniens und Bulgariens. Dort werden nach dem Beitritt der beiden Länder zum Binnenmarkt nun die gleichen Zölle für brasilianisches Rindfleisch abgeschöpft wie in den anderen Mitgliedstaaten. Daher musste die EU-Kommission gemäß den Bestimmungen der Welthandelsorganisation (WTO) über einen Ausgleich zugunsten der Brasilianer verhandeln.

Mehr Rindfleisch aus den USA

Der Quotenerhöhung dürften die EU-Mitgliedstaaten dem Vernehmen nach zustimmen. Der verbesserte Marktzugang für die Brasilianer wird dann voraussichtlich bereits Anfang Oktober wirksam. Dann werden wohl auch die US-Amerikaner mehr Rindfleisch in die Europäische Union liefern können. Im Gefolge des Streits um das EU-Importverbot für hormonbehandeltes Rindfleisch hatten sich Brüssel und Washington Mitte Mai auf einen besseren Marktzugang für nicht-hormonbehandeltes Rindfleisch geeinigt. Die Quote soll zunächst um 20.000 Tonnen und in einem zweiten Schritt um noch einmal 25.000 Tonnen steigen. Bisher umfasst die zollermäßigte Quote für derartige Rindfleischeinfuhren der Europäischen Union aus den Vereinigten Staaten 11.500 Tonnen, tatsächlich geliefert wird aber deutlich weniger. Das wird unter anderem auf verwaltungstechnische Hürden bei der Erfüllung der Quoten zurückgeführt. (AgE)

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