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Milchproduktion

Quotenjahr 2013/14: 'Rekord'-Superabgabe von 163 Millionen Euro

© Nitr/Fotolia
von , am
27.06.2014

Im abgelaufenen Quotenjahr ist es mit 588.000 Tonnen zur höchsten Überlieferung in der bisherigen Geschichte des Quotensystems in Deutschland gekommen. 163 Millionen Euro Strafe gehen an Brüssel.

Die EU-Kommission rechnet nur mit einem moderaten Anstieg der Milchmenge und einer Stabilisierung der Erzeugerpreise nach dem Ende des Quotensystems. © Mühlhausen/landpixel
Das Quotenjahr 2013/14 in Deutschland ist mit einer Rekordüberlieferung zu Ende gegangen. Das sei "wenig überraschend", berichtet die ZMB GmbH aus Berlin. Nach Angaben der Zentralen Milchmarktberichterstatter vom 26. Juni wurden die verfügbaren Referenzmengen nach Molkerei- und Bundessaldierung um 588.000 Tonnen überliefert. Die volle Superabgabe beläuft sich auf 27,83 Cent je überliefertes Kilogramm (ct/kg).

Höchste Überlieferung in der Geschichte

Wie die ZMB mittteilt ist die Garantiemenge um 1,9 Prozent (%) überschritten worden. Damit kam es im abgelaufenen Quotenjahr zur höchsten Überlieferung in der bisherigen Geschichte des Quotensystems in Deutschland. Im Quotenjahr 2012/13 übertraf die Liefermenge die Garantiemenge um 0,1 %. Dafür waren 6,6 Millionen Euro (Mio. Euro) Strafe fällig. Diesmal sind es rund 163 Mio. Euro an Strafzahlungen, die nach Brüssel abgeführt werden.
 
Überlieferungen, die nach der Molkereisaldierung verbleiben, werden auf Bundesebene zu 54,4 % saldiert. Der Saldierungssatz ergibt sich aus der Verrechnung nicht genutzter Referenzmengen. Das bedeutet, dass für 45,6 % der Mengen keine Abgabe entrichtet werden muss. Daraus ergibt sich eine theoretische Höchstabgabe von 12,69 ct/kg, diese lag im vergangenen Quotenjahr bei 0,78 ct/kg.

Milchpreise haben Anlieferung getrieben

2013/14 kamen zur Abrechnung 30,81 Millionen Tonnen (Mio. t) Milch, die deutsche Erzeuger an Molkereien angeliefert haben. Das waren 2,9 % mehr als im Vorjahr (2012/13: 29.946 Mio. t). Rund 90.000 t davon entfielen auf die Fettkorrektur, die aufgrund niedrigerer durchschnittlicher Fettgehalte historisch niedrig ausgefallen ist (2012/13: 198.000 t). Die Milchanlieferung ohne Fettkorrektur stieg damit im Vergleich zum Vorjahr um fast eine Million Tonnen, was im langfristigen Vergleich eine außergewöhnlich hohe Zunahme darstellt.
 
Die hohen Milchpreise 2013 dürften die Milchanlieferung stimuliert haben. Aufgrund dieser verbleibt nach Entrichtung der Strafzahlungen auch ein höherer Deckungsbeitrag als in früheren Jahren mit ähnlichen oder noch niedrigen Bundessaldierungssätzen, wie sie in den ersten Jahren des vorigen Jahrzehnts zu beobachten waren.

2014/15 gilt als risikobehaftet

Grafik: Entwicklung von Überlieferung, Abgabe und Milchpreis von 2001/02 bis zum Quotenjahr 2013/14. © Grafik: zmb
Wer bereits 2013/14 stark überliefert hat, gehe für das angelaufene letzte Quotenjahr 2014/15 ein erhebliches Risiko ein. Darauf weist die ZMB hin. Im Gegensatz zu den Vorjahren habe keine Erhöhung der Quoten stattgefunden und in den ersten Monaten wurde die Milchanlieferung erneut gesteigert. Nur wenn im weiteren Verlauf des Quotenjahres das Vorjahresniveau unterschritten würde, könnte man die Überlieferungen auf den Stand von 2013/14 begrenzen.
 
Das ist nach Auffassung der ZMB jedoch äußerst unwahrscheinlich. Vieles spreche dafür, dass die expansiven Tendenzen anhalten und damit die Quoten bis März 2015 noch stärker überschritten werden als im abgelaufenen Jahr. Erfahrungsgemäß fällt die Bundessaldierung umso niedriger aus, desto höher die Gesamtüberlieferung ist.  

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