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Haltung und Mast

Rätsel um Kuhkadaver gelöst

von , am
14.01.2014

Drei der insgesamt elf toten Kühe, die kürzlich entlang der südschwedischen und dänischen Küste angespült worden waren, wurden nun obduziert. Der Übeltäter ist laut Polizeiermittlungen ein libanesischer Tiertransport.

© Marco Barnebeck(Telemarco)/pixelio
Im Eurofins Laboratorium bei Kristianstad in der südschwedischen Provinz Skåne wurden drei der Kadaver obduziert. Man fand hierbei heraus, dass zwei der Tiere getötet worden waren, bevor man sie über Bord warf, wie die Zeitung "Trelleborgs Allehanda" berichtet. Dabei wurde wohl eine Art Bolzenschussgerät verwendet.
 
"Die dritte Kuh wurde, soweit wir dies feststellen können, nicht auf diese Weise getötet", wie Polizeiermittler Ingvar Wennersten mitteilte.

Schiff identifiziert

Mittlerweile geht die Polizei davon aus, dass die Kühe von einem libanesischen Schiff stammen, welches auf dem Weg nach Klaipeda in Litauen war. Es transportierte lebende Kühe von Wilmington/USA nach Europa, wie "Lantbrukets Affärstidning" berichtet. Am 11. Dezember war der Transport in den USA aufgebrochen. In der Bucht von Biscaya geriet der Transport in ein Unwetter, bei dem mehrere Kühe verendeten. Am 27. Dezember fuhr das Schiff durch den Nord-Ostsee-Kanal und erreichte am 7. Januar den Zielhafen in Litauen.

Illegale Tat

Zwar ist es erlaubt, tote Tiere auf offener See zu entsorgen, nicht jedoch im Nord-Ostsee-Kanal oder der Ostsee selbst. Laut den meteorologischen Untersuchungen geschah dies aber genau dort, in der Gegend um Christiansø in Dänemark. Gesetzlich ist eine Entfernung von mindestens 100 nautischen Meilen (circa 185,2 Kilometer) erforderlich, wenn man verendete Kühe auf See entsorgen will.
 
Befindet man sich näher an der Küste, ist dies nur in absoluten Ausnahmen gestattet, wie die Zeitung "Nationen" berichtet. Stellen die Kadaver eine Gefahr für Leben und Gesundheit an Bord dar, beispielsweise durch Ansteckungsgefahr, kann eine solche Ausnahme genehmigt werden.

Polizei prüft Sachlage

Wie die schwedischen Zeitung "Aftonbladet" berichtet, gibt der Reeder an, die Kadaver seien auf dem Atlantik in internationalem Fahrwasser entsorgt worden. Zudem nennt er auch noch einen anderen Tiertransport, welcher die gleiche Route gefahren sei. Dieses Schiff hingegen weist ebenso alle Schuld von sich. Am vergangenen Wochenende hatte das betreffende Schiff in einem Ostseehafen festgemacht. Die dänische und schwedische Polizei prüft nun die rechtliche Sachlage und plant ein Verfahren gegen die Reederei.
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