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Haltung und Mast

Rasanter Strukturwandel in der österreichischen Rinderhaltung

von , am
30.09.2010

Wien - In der österreichischen Rinderhaltung hat es in den letzten Jahrzehnten einen rasanten Strukturwandel gegeben.

Wie aus einer aktuellen Publikation des Wiener Landwirtschaftsministeriums hervorgeht, verringerte sich die Anzahl der Rinderhalter in den vergangenen 20 Jahren um mehr als die Hälfte auf rund 73.500. Im Verlauf der letzten 50 Jahre stieg die durchschnittliche Zahl der Rinder je Betrieb von acht auf 28 Stück.

Der bisher höchste Rinderbestand seit 1945 wurde in der Alpenrepublik 1984 mit 2.669.062 Tieren verzeichnet; davon waren eine Million Kühe. Den bisherigen Tiefststand gab es 2007, als der Rinderbestand unter die Marke von zwei Millionen Tieren rutschte. Seither hat sich die Rinderhaltung etwas über dieser Zahl wieder stabilisiert. Die größte Gruppe innerhalb der österreichischen Rinderhalter sind die Betriebe mit Milchkühen.

Zahl der Milchlieferanten weiter gesunken

Die Zahl der Milchlieferanten mit A-Quote hat sich seit dem EU-Beitritt des Landes dramatisch vermindert und sank von 81.900 Betrieben in 1994 auf 37.900 Höfe im vergangenen Jahr. Insgesamt halten derzeit 47.500 Betriebe im Land Milchkühe, wobei der größte Anteil in Beständen zwischen zehn und 19 Tieren steht. Der Gesamtbestand an Milchkühen wurde von den Landwirten in den vergangenen 15 Jahren um fast 34 Prozent auf 533.000 Tiere reduziert; gleichzeitig nahmen jedoch die Milchanlieferungen um 23 Prozent auf rund 2.709.400 Tonnen pro Jahr zu.

Landwirtschaftliche Betriebe werden größer

Die mittlere Milchmenge je Lieferant stieg zwischen 1994 und 2009 um 165,5 Prozent auf 71.500 Kilogramm; der durchschnittliche Kuhbestand je Betrieb erhöhte sich um mehr als 43 Prozent auf 14 Tiere. Parallel zum dramatischen Strukturwandel in der Milchviehhaltung erfolgte auch ein Konzentrationsprozess bei den Molkereien, deren Anzahl im Zeitraum 1994 bis 2009 von 117 auf 92 Betriebe zurückging. (AgE)

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