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Milchproduktion

Ratgeber: Homöopathie in der Milchviehhaltung

von , am
27.07.2015

Bei Fruchtbarkeitsstörungen oder Mastitis können homoöpathische Mittel eine gute Alternative sein. Mit richtig angewandter Homöopathie kann der Einsatz von Antibiotika in der Milchviehhaltung reduziert werden.

Mit homoöpathsichen Mitteln lässt sich bei richtiger Anwendung Antibiotika minimieren. © Mühlhausen/landpixel
Die homöopathische Behandlung in der Nutztierhaltung wird immer beliebter. Das Anwendungsspektrum der Homöopathie ist groß. Es reicht von akuten Krankheitszuständen über chronische Erkrankungen, Verhaltenstörungen, Stärkung des Immunsystems bis hin zu Vorbeugemaßnahmen."Bei einer Kuh mit akuter, fieberhafter Colimastitis beispielsweise, kann der Wiederkauakt, nach Verabreichung einer passenden homöopathischen Arznei, bereits nach einer halben Stunde wieder einsetzen. Bis zu nächsten Melkzeit ist sie dann, bis auf ein wenig Zellgehalt, wieder hergestellt.", sagt Dr. med. vet. Christine Nowotzin.

Wie wirkt Homöopathie?

Homöopathie wirkt nach dem Grundsatz: Ähnliches soll durch Ähnliches geheilt werden. Hat eine Kuh beispielsweise eine Euterentzündung (Mastitis), wird sie mit einem homöopathischen Mittel behandelt, das mastititisähnliche Symptome im Körper hervorruft. Dadurch werden die Selbstheilungskräfte des Tieres aktiviert. Neben Injektionen kommen auch Globuli, kleine Kügelchen aus Zucker, sowie Tropfen zum Einsatz. Wichtig ist dabei, dass der Homöopath die Krankheiten besonders früh erkennt. Dazu zählt eine gute Tierbeobachtung.
 

Genaue Diagnose ist entscheidend

Die Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung ist zunächst eine exakte tiermedizinische Diagnose des erkrankten Tieres. Jedes kleine Symptom sowie der Charakter des Tiers kann zur homöopathischen Arzneimittelfindung beitragen.

Homoöpathie bei Fruchtbarkeitsstörungen

Bei Fruchtbarkeitsstörungen können homoöpathische Mittel sanft helfen. Erfahrene Ökolandwirte wie Anne Verhoeven und Anja Hauswald  haben mit folgenden Mitteln Erfolge verzeichnet (Merkblatt LWK NRW):
  • Pulsatilla D4: Verspätete Brunst, brunstlose oder stillbrünstige junge, umgängliche und aufmerksame Rinder
  • Sepia D6: Ältere, bindegewebsschwache Kühe mit wenig Brunstanzeichen 
  • Caulophyllum: bei drohendem Abort
  • Caulophyllum D30:  erleichtert die Geburt durch Lockerung der Gewebe, Vorbereitung des Geburtsweges, Veränderung der Schleimhäute und Förderung von gleitfähigem Schleim
  • Sabina D6 zeigt eine ähnliche Wirkung und fördert zusätzlich die Gebärmutterkontraktionen (Wehentätigkeit).
  • Arnica D30: durch die Geburt erschöpfte Muttertiere, die viel Blut verloren haben
  • Lachesis D8: bei akuten, fiebrigen Gebärmutterentzündungen

Homöopathie seit zehn Jahren

Landwirt Roman Jörg aus Schondra setzt homöopathische Mittel auf seinem Betrieb bereits seit zehn Jahren ein. "Am Anfang war ich schon skeptisch, aber nachdem die Behandlungen erfolgreich waren, habe ich die homöopathische Behandlungsmethode mehr und mehr in Anspruch genommen", sagt Roman Jörg. Der Landwirt konnte dardurch die Tierarztkosten von einem Cent pro Liter Milch auf 0,3 Cent pro Liter Milch senken.
 
 

 
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