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Haltung und Mast

Ratgeber Mutterkuhhaltung: Tipps zum sicheren Umgang

von , am
17.02.2015

Die Mutterkuhhaltung birgt eine hohe Unfallgefahr, insbesondere wenn ein Bulle in der Herde mitläuft. Tipps zum sicheren Umgang von Mutterkuhhaltung auf Weide und Laufstall lesen Sie hier…

Mutterkuhhaltung: Weide oder Laufstall sollten nur betreten werden, wenn es unbedingt nötig ist. © landpixel
Da der Kontakt zwischen Tier und Mensch in der Mutterkuhhaltung weit weniger intensiv ist als im Milchviehstall, reagieren die Tiere scheuer und ängstlicher. Daher ist es wichtig, die natürlichen Verhaltensmuster von Rindern zu kennen. Grundsätzlich darf eine Mutterkuhherde nie alleine und nicht ohne entsprechende Sicherheitsvorkehrungen betreten werden. Im Ernstfall verhindert nur eine gut erreichbare Fluchtmöglichkeit schwere Unfälle.
 
Dies gilt vor allem, wenn ein Bulle in der Herde mitläuft. Er will die Herde vor Eindringlingen, also auch vor dem Menschen, schützen. Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) gibt Tipps, wie Rinderhalter die Weide- und Laufstallhaltung sicherer machen können.

11 Tipps zur Mutterkuhhaltung

  1. Weide oder Laufstall sollten nur betreten werden, wenn es unbedingt nötig ist. Ein Zaun oder Absperrgitter als Barriere schaffen die notwendige Sicherheit und bewahren vor plötzlichen Attacken.
  2. Tränken und Futterstellen sollten nach Möglichkeit von außen zu befüllen sein.
  3. Ist das Betreten des Tierbereiches nicht zu vermeiden, muss eine weitere erfahrene Person mitgenommen werden.
  4. Ein stabiler Knüppel oder eine andere geeignete Treibhilfe muss mitgeführt werden, um die Tiere im Falle eines Angriffs auf Distanz halten zu können.
  5. Unbedingt sollten Fluchtmöglichkeiten in erreichbarer Entfernung geschaffen werden. Auf der Weide kann dies zum Beispiel ein Schlepper sein. Im Laufstall muss eine ausreichend Anzahl von Personendurchschlupfmöglichkeiten vorhanden sein.
  6. Während der Arbeiten auf der Weide sollten alle Tiere im Blick behalten und ihnen nicht der Rücken zugekehrt werden.
  7. Zur Tierbehandlung, etwa zur Besamung oder zur Behandlung von Verletzungen, sind die Tiere sicher zu fixieren. Im Laufstall eignen sich dazu Fangfressgitter, auf der Weide ein Treibwagen mit Fanggitter oder ein mobiler Behandlungsstand, gegebenenfalls mit vorgebautem "Corral".
  8. Werden Kälber behandelt, zum Beispiel beim Einziehen der Ohrmarken, muss unbedingt das Muttertier so abgetrennt werden, dass es keine Möglichkeit hat, anzugreifen. Hektische Bewegungen sollten tunlichst vermieden werden. Ein ruhiger, umsichtiger Umgang mit den Tieren überträgt sich und wirkt beruhigend auf das Vieh.
  9. Möglichst häufiger Sichtkontakt schafft Vertrauen zum Menschen und verringert die Fluchtdistanz.
  10. Verhaltensauffällige Tiere sind aus der Herde zu entfernen.
  11. Weideflächen müssen hütesicher sein. Aufbau und Einsatz von Elektrozäunen erfordern ein hohes Maß an Sorgfalt.
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