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Milchproduktion

Ratgeber: Tipps zur Wahl des Bodenbelags im Melkstand

© landpixel
von , am
08.12.2014

Vor allem griffig und rutschfest sollte der Bodenbelag im Melkstand sein. Sonst fühlen sich die Tiere unwohl. Bei einer Sanierung sollte die Materialwahl wohl überlegt sein, da im laufenden Betrieb saniert wird.

Leerer Melkstand
Sieben Bundesländer halten in Krisenzeiten Milchreduktionsprogramme für sinnvoll, laut den Protiokollerklärungen der AMK-Konfernez in Lüneburg. © Mühlhausen/landpixel
Spätestens wenn der vorhandene Bodenbelag stark abgenutzt und dadurch rutschig wird, sollte über eine Sanierung nachgedacht werden. Im Gegensatz zu einem Melkstandneubau gestaltet sich die richtige Materialwahl schwieriger, da in der Regel unter laufendem Betrieb saniert werden muss. Die Industrie hat dem Faktor Zeit mittlerweile Rechnung getragen und Produkte entwickelt, die schneller aushärten als normale Beschichtungen auf Epoxidharzbasis, erklärt Jens Koopmann von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen.
 
Diese Produkte sollten jedoch von Fachfirmen eingebaut werden, auch wegen der Gewährleistung. In der Regel sind die Produkte nach einem Tag begehbar und nach siebenTagen voll belastbar.

Arbeitsschritte: Beschichtung auf Epoxidharzbasis

  1. Das Aufbringen dieser Beschichtungen geschieht in der Regel in mehreren Arbeitsgängen. Zunächst gilt es, den Untergrund entsprechend vorzubereiten. Hierzu gehört das Reinigen und Entfernen von losen Bestandteilen sowie das Ausgleichen von Unebenheiten.
  2. Danach wird eine erste Grundbeschichtung auf Epoxidharzbasis aufgebracht.
  3. Nach dem Aushärten erfolgt das Aufbringen der zweiten, wenige Millimeter starken, Deckschicht. Dies wird zur Herstellung der Rutschfestigkeit mit einer Körnung von 0,5 bis 1,0 mm abgesandet.
  4. Zum Abschluss erfolgt eine Versiegelung des eingebrachten Bodenbelages.

Gummibeläge bieten gute Rutschfestigkeit

Auch Gummibeläge eignen sich für eine Sanierung des Bodenbereiches im Melkstand. Sie lassen sich unmittelbar nach dem Verlegen nutzen. Ein Ausgleichen von Unebenheiten ist hier ebenso unerlässlich. Gummibeläge bieten aufgrund des Einsinkens der Klaue eine gute Rutschfestigkeit. Als nachteilig sind Schmutzansammlungen unterhalb der Beläge anzusehen.
 
Hierauf gilt es, im Rahmen der Melkstandreinigung besonderes Augenmerk zu legen. Um einem Verrutschen der Gummibeläge vorzubeugen, sind diese in ausreichendem Maße zu befestigen. Eine einseitige Befestigung ermöglicht das Hochklappen der Matten bei Reinigungstätigkeiten.

Gussasphalt mit rundkörnigen Zuschlägen

Gussasphalt ist nach wenigen Stunden begehbar. Der Einsatz von Gussasphalt in Stall- oder Melkgebäuden wird in der Praxis kontrovers diskutiert. Um Klauenirritationen bei den Kühen vorzubeugen, sind rundkörnige Zuschläge den scharfkantigen vorzuziehen. Die Zuschläge sollten keine kalkhaltigen Bestandteile besitzen, damit die Säurebeständigkeit gewährleistet bleibt. Gussasphalt gilt als dicht und hohlraumfrei. Er ist leicht zu reinigen und zu pflegen, was sich in Bezug auf die Hygiene als vorteilhaft erweist. Flächen aus Gussasphalt lassen sich fugenlos herstellen, sodass Fugen nur im Bereich aufgehender Bauteile, z. B. Wände, oder bei der Stalleinrichtung auftreten. Als Vorteil bei der Sanierung im laufenden Betrieb erweist sich, dass Gussasphalt bereits am Tag nach dem Einbau nutzbar ist. Wichtig ist eine optimale ergonomische Arbeitshöhe, gerade bei wechselndem Melkpersonal.

Hofreport: Side by Side-Melkstand als gute Wahl


 
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