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Weidehaltung

Darum sollten Kühe auf die Weide: 6 gute Gründe

Kühe auf Weide
am Mittwoch, 15.04.2020 - 08:00

Nur vier von zehn Kühen in Deutschland stehen auf der Weide. Dabei sorgt Weidegang nicht nur für ein gutes Image bei den Verbrauchern, sondern ist auch gesund und spart Geld.

Weide ist die effektivste Nutzung von Grünfutter. -Während dies bei Mutterkühen, Fleischrindern und Schafen sehr verbreitet ist, ist der Anteil der Weidenutzung bei Milchvieh regional sehr unterschiedlich. Rund 40 Prozent der Kühe in Deutschland haben Weidegang. Am weitesten verbreitet ist er in Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Niedersachen. Hier liegt der Anteil bei über zwei Drittel. An vielen Orten verzichtet man heute zugunsten einer ganzjährigen Silagefütterung auf die Weide. Dabei ist es neben dem Standort vor allem die Arbeit, die den Ausschlag gibt, dem Stall den Vorzug geben. Dabei gibt es gute Gründe, sich für die Weide zu entscheiden:

  1. Die Tiere sind wegen des Verzichts auf risikobelastete Gras- und Leguminosensilagen gesünder.
  2. Weide ist gut für das Tierwohl.
  3. Geringere Kosten für die Futterbergung.
  4. Die Flächenproduktivität ist höher.
  5. Durch ein breiteres Angebot an Futterpflanzen und Nutzungsformen ist die Weide besser an veränderte Klimabedingungen angepasst.
  6. Die Akzeptanz durch den Verbraucher ist höher.

Welche Weideform?

    Es gibt sehr viele Weidehaltungsmöglichkeiten. Wie man sie nutzt, hängt von den betrieblichen und natürlichen Standortbedingungen ab. Generell unterscheidet man Weiden:

    • aufgrund der verfügbaren Futterarten,
    • in Flächen vom natürlichen Grünland,
    • in Flächen aus dem Ackerfutterbau (Winterraps, Futterroggen, Klee- oder Luzernegras, Grünhafer, Senf, Leguminosengemenge, Serradella und andere),
    • je nach angepasster Weidezeit an die jeweiligen Witterungsbedingungen.

    Die höchstmöglichen Milchleistungen bewegen sich je nach Standort und abhängig von Düngung und Nutzungsform zwischen 8.000 und 12.000 kg energiekorrigierter Milch pro Hektar bei Vollweide und Winterkalbung.

    Weidegang wirkt sich positiv auf den Immunstatus aus. Die Tiere bewegen sich mehr, was günstig für die Körperkondition, den Stoffwechsel und das Kreislaufsystem ist. Auch die Fruchtbarkeit soll besser werden. Gleiches gilt für die Klauengesundheit, vorausgesetzt die Weideflächen sind
    trittfest und die Trittwege nicht zu steinig oder nass.
    Ein weiterer Vorteil: Auf der Weide erreicht man hohe Futteraufnahmen.

    Tränkwasser ist entscheidend

    Der ständige Zugang zu sauberem Wasser ist häufig das größte Manko auf der Weide. Dabei benötigen Milchkühe am Tag bis zu 150 l Tränkwasser! Wie viele Tiere auf der Weide stehen können, hängt vom aktuellen Grasertrag ab. Entscheidend ist somit die Besatzdichte in Großvieheinheiten (GV) pro Hektar Weidefläche und Auftrieb. Der Arbeitsaufwand und die Kosten sind bei der Portionsweide am höchsten.

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