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Milchproduktion

Rheinland-Pfalz: Agrarministerium setzt auf Milchproduktion

von , am
15.11.2013

Trier - Auch in Rheinland-Pfalz wird man in Zukunft mit Kühen Geld verdienen können. Diesen positiven Ausblick gab ein Vertreter des Mainzer Landwirtschaftsministerium Anfang November.

Das ife Institut geht davon aus, dass der Milchpreis aktuell weder für Milchbauern, noch für Molkereien kostendeckend ist. © Mühlhausen/landpixel
Abteilungsleiter Ralf Hornberger vom Mainzer Landwirtschaftsministerium sprach bei der  Jahrestagung der Milchwirtschaftlichen Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz (Milag) vor rund 200 Teilnehmern in Trier. Nach seiner Auffassung seien die Rahmenbedingungen für die Milcherzeuger günstig und die Landwirte könnten mit Mut und Zuversicht in die Zukunft blicken.
 
Wie die Milag berichtete, betonte Hornberger, dass die Milchwirtschaft das Rückgrat der rheinland-pfälzischen Landwirtschaft in den Mittelgebirgsregionen sei. Sie schaffe Arbeitsplätze und nehme gesellschaftliche Aufgaben wahr. Das Ministerium habe deshalb großes Interesse, die Milchbranche im Land zu unterstützen.

Landesregierung will Mittelkürzungen minimieren

Ressortchefin Ulrike Höfken werde sich auch weiterhin für die Interessen der rheinland-pfälzischen Milchbauern einsetzen, betonte Hornberger. Er machte deutlich, dass durch die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ab 2014 wichtige Änderungen ins Haus stünden, die die zwei Säulen Direktzahlungen an die Landwirte und die Förderung der ländlichen Räume beträfen. Eine bedeutende Neuerung sei die angestrebte transparente, sozialgerechtere und ökologischere Auszahlung von Geldern. Insgesamt müsse aber mit einem Rückgang der in Rheinland-Pfalz zur Verfügung stehenden Finanzmittel gerechnet werden, so Hornberger.
 
Nach seinen Angaben arbeitet die Landesregierung jedoch daran, die Kürzungen der Zahlung abzuschwächen, denn selbst wenn der Milchpreis in diesem Jahr erfreulich hoch sei, müssten Investitionen getätigt und Rücklagen gebildet werden. Die Grußwortredner der Milag-Jahrestagung, unter ihnen der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, Leo Blum, äußerten sich ebenfalls positiv zur Entwicklung des Milchpreises, riefen aber dazu auf, die Gelegenheit auch zur Bildung von Finanzrücklagen zu nutzen.

Rheinland-Pfälzische Produkte mehrfach ausgezeichnet

Im Jahr 2012 gab es nach Angaben der Milag noch 2300 Milchkühe haltende Betriebe mit zusammen 116.800 Kühen in Rheinland-Pfalz, die insgesamt fast 814.000 Tonnen Milch erzeugten. Deutschlandweit arbeiteten gut 3.400 Mitarbeiter für die beiden in Rheinland-Pfalz ansässigen Molkereien Arla Foods Deutschland GmbH und die Hochwald Foods GmbH.
 
Wie die Vielzahl von Ehrungen und Preisen während der Jahrestagung zeigte, arbeitete die Milchbranche auch 2012 wieder auf einem hohen Qualitätsniveau. So konnten 20 Erzeuger für ihre hervorragende Milchqualität vom Milag-Vorsitzenden Michael Horper und seinem ministeriellen Gast Hornberger ausgezeichnet werden. Zudem erhielten die Arla Foods Deutschland 16 Staatsehrenpreise in Gold und die Hochwald Foods sieben Staatsehrenpreise in Gold für ihr überdurchschnittliches Abschneiden bei den amtlichen Qualitätsprüfungen in den letzten zwei Jahren. Ebenso vergab der Vertreter des Ministeriums weitere Staatsehrenpreise in Silber, und zwar neun für Arla und fünf für Hochwald.
 
Hinzu kamen noch zahlreiche Auszeichnungen der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) für rheinland-pfälzische Molkereiprodukte, die erstmalig vom neuen Geschäftsführer der Milag und gleichzeitig dem neuem DLG-Bevollmächtigten Dr. Norbert Wirtz verliehen wurden. Von den 76 aus Rheinland-Pfalz zur Prüfung eingesandten Erzeugnissen wurden 98,7 Prozent (%) prämiert, darunter 86,8 % mit einem Goldenen Preis der DLG. Damit rangierte das Bundesland laut Milag an erster Stelle bei den Goldenen Preisen unter den Flächenländern im Bundesgebiet.
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