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Tierseuche

Rheinland-Pfalz: Erster Nachweis der Wild- und Rinderseuche

Rind in Nahaufnahme
am Donnerstag, 22.08.2019 - 11:39 (Jetzt kommentieren)

In Rheinland-Pfalz wurde bei einem verendeten Rind erstmals die Wild- und Rinderseuche nachgewiesen.

In Rheinland-Pfalz wurde erstmals die Wild- und Rinderseuche bei einem Rind nachgewiesen. Die auch unter dem Namen Hämorrhagische Septikämie bekannte bakterielle Erkrankung ist für den Menschen ungefährlich. Bei Wild- und Nutztieren führt sie allerdings zu gehäuften, plötzlichen Todesfällen.

Weitere typische Anzeichen der Seuche sind hohes Fieber, Schwäche, Atemnot, blutiger Durchfall, Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe (Ödeme) an Kopf, Hals und Vorderbrust sowie multiple Blutungen. Treten diese Krankheitssymptome nach der Inkubationszeit von einem Tag bis fünf Tagen bei einem Tier auf, kommt in der Regel jede Therapie zu spät. Eine Bekämpfung der Infektion mit Antibiotika ist nur in der Frühphase erfolgversprechend. Einen zugelassenen Impfstoff gibt es in Deutschland nicht.

Betroffenes Rind zeigte Schwellungen am Kopf

Das in Rheinland-Pfalz betroffene, gut zwei Jahre alte Rind zeigte ebenfalls einige der typischen Symptome der Hämorrhagische Septikämie. Es wurde zur Feststellung der Todesursache an das Landesuntersuchungsamt (LUA) geschickt. Es stammte aus einer Weidehaltung mit vier Tieren, wovon zwei innerhalb kurzer Zeit verendet waren und eine Schwellung des Kopfes aufwiesen.

Bei der Sektion stellten die Fachleute des LUA eine mit Gewebsuntergang und Ödembildung einhergehende Entzündung der Muskulatur in Verbindung mit einer bakteriellen Blutvergiftung fest, hervorgerufen durch den Keim Pasteurella multocida. Eine weiterführende Differenzierung des Erregers am Landeslabor Berlin-Brandenburg erbrachte den molekularbiologischen Nachweis von Pasteurella multocida "Kapseltyp B", dem Erreger der Wild- und Rinderseuche.

Wild- und Rinderseuche gilt in Deutschland als getilgt

Die Erkrankung befällt Wildwiederkäuer, Rinder, Büffel, kleine Wiederkäuer, Haus- und Wildschweine, selten auch Pferde und Esel. Symptomlos infizierte Wildtiere gelten als Reservoir für den Erreger und können ihn durch direkten oder indirekten Kontakt, zum Beispiel über das Wasser in Tränken, auch auf Nutztiere übertragen.

In Deutschland gilt die Seuche wegen des insgesamt hohen seuchenhygienischen Standards als getilgt; seit 1969 ist sie nicht mehr anzeigepflichtig und wird nicht mehr staatlich bekämpft. Seit 2010 wurde die Hämorrhagische Septikämie wieder in verschiedenen Bundesländern nachgewiesen, und zwar im Rahmen zeitlich und räumlich begrenzter Ausbrüche bei Rindern und Wildwiederkäuern sowie Schweinen und Wildschweinen.

Mit Material von Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz

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