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Milchproduktion

Rinder-TBC: Allgäuer Landräte lockern Sperrpraxis

© by Paul/fotolia
von , am
03.07.2013

Viele Allgäuer Milchviehhalter leiden unter Betriebssperrungen, die sich später oft als befundlos herausstellen. Nun heben die Landräte die Sperrpraxis bei fraglichen TBC-Testergebnissen auf.

Seit Juli 2014 sind dem Tierquäler mindestens acht Rinder zum Opfer gefallen. © Mühlhausen/landpixel
Bei den Reihenuntersuchungen im Oberallgäu wurde in den letzten Monaten die Praxis angewandt bei einem positiven sowie fraglichen Untersuchungsergebnis des TBC-Simultantests, den Betrieb für mindestens sechs Wochen zu sperren. Nach der sechswöchigen Frist fand eine Nachuntersuchung statt. Bei einem negativen Ergebnis konnte die Betriebssperre aufgehoben werden. Bei einem erneut fraglichen Befund wiederholte sich das Prozedere.
 
Diese Vorgehensweise führte zu Unmut und Unverständnis bei den betroffenen Milchviehhaltern. Die Allgäuer Landräte Gebhard Kaiser (Ostallgäu), Johann Fleschhut (Ostallgäu), Hans-Joachim Weirather (Unterallgäu) und Elmar Stegmann (Lindau) haben nun ihre Veterinärbehörden angewiesen, nur bei einem positiven TBC-Befund eine Betriebssperre zu verhängen.

BDM fordert Änderung der Tierseuchenverordnung

Der Bund Deutscher Milchviehhalter (BDM) begrüßt diesen Schritt und fordert in diesem Zusammenhang Dr. Marcel Huber, bayerischer Staatsminister für Umwelt und Gesundheit, auf, ebenfalls die von ihm vorgegebene Vorgehensweise zu überdenken und bei nur einzelnen fraglichen TBC-Tests auf das Ergebnis der Nachuntersuchung zu setzen. Dies solle er in die derzeitige Überarbeitung der Tierseuchenverordnung einfließen zu lassen.
 

Aktuelle Zahlen

Bis zum 25. Juni wurden im Oberallgäu 1.356 rinderhaltende Betriebe untersucht. 1.335 sind bereits "anerkannt frei von Tuberkulose". 21 Höfe sind derzeit noch gesperrt wegen des Verdachts einer Infektion mit Rindertuberkulose. Von rund 90.000 Rindern im Oberallgäu sind mittlerweile 52.136 getestet. 785 Tiere mussten bisher getötet werden. Auch in anderen Landkreisen wurde TBC festgestellt: In Baden-Württemberg, Ost- und Unterallgäu. Auch in anderen Teilen Bayerns traten Fälle auf.
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