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Haltung und Mast

Rinder-TBC in Niedersachsen: 100 Tiere gekeult

© Mühlhausen/landpixel
von , am
14.05.2013

Über hundert Rinder mussten am Montag in Niedersachsen getötet werden. Nach einem positiven TBC-Befund stellte sich ein extrem hoher Bestandsbefall heraus.

Ein neues Tool will bei der Liquiditätsplanung in Milcherzeugerbetrieben helfen. © landpixel
Das Veterinäramt aus dem Landkreis Rotenburg/Wümme in Niedersachsen teilte mit, dass bei der Fleischuntersuchung einer geschlachteten Kuh aus der Region Rotenburg/Wümme der Rinder-Tuberkulose-Erreger nachgewiesen wurde. Der betroffene Rinderzucht- und Milchviehbetrieb wurde daraufhin sofort gesperrt. Weitere Untersuchungen zeigten, dass bereits ein großer Teil des Rinder-Bestands infiziert war.
 
 
 
"Erfahrungen aus den letzten Tuberkulosefeststellungen haben gezeigt, dass bei einem so hohen Durchseuchungsgrad eine Gesamtbestandstötung unumgänglich sein wird", hieß es von Amtsseite. Die Kreiszeitung berichtet, dass am Montag bereits über 100 Tiere gekeult wurden.
 

TBC-Infektion erfolgte vor langer Zeit

Die Infektionsquelle ist bisher noch unklar. "Der hohe Bestandsbefall deutet daraufhin, dass der Eintrag vor langer Zeit erfolgt sein muss. Hier ist von einem Zeitraum von zwei bis drei Jahren auszugehen", erklärt Veterinäramtsleiter Dr. Joachim Wiedner gegenüber agrarheute.com. Laut Wiedner sei die Ansteckung wahrscheinlich nicht durch infiziertes Rotwild, sondern durch ein zugekauftes Tier erfolgt.
 
Das Veterinäramt werde jetzt die Bestände, die Tiere aus dem Betrieb erhalten haben, ebenfalls auf Tuberkulose mit dem Tuberkulinhauttest überprüfen, um eine eventuelle Verschleppung der Erreger zu erkennen. Auch geografisch nahgelegene Betriebe werden auf Rinder-TBC untersucht. Eine Gefahr für den Menschen soll es nicht geben, da die Milch ausschließlich an eine Molkerei geliefert worden sei, die die Milch durch Pasteurisierung keimfrei machte.
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