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Haltung und Mast

Rinder treiben: Das sind die 5 goldenen Regeln

am Montag, 28.11.2016 - 09:00 (Jetzt kommentieren)

Low Stress Stockmanship hat das Ziel Rinder so stressfrei wie möglich im Stall und auf der Weide zu treiben. Dabei gibt es fünf Regeln, die unbedingt beachtet werden sollten.

Sowohl auf der Weide als auch im Stall kann das Treiben und Selektieren von Kühen stressig und gefährlich werden. Bei der Arbeit gilt es, einige Regeln und die Wahrnehmung der Tiere zu beachten. Philipp Wenz erklärt in der dlz primus Rind, wie Low Stress Stockmanship dagegen helfen kann. Dabei sollten fünf goldenen Regeln beachtet werden.

1. Rinder wollen sehen, wer oder was sie treibt.

Zum Treiben müssen die Rinder den Treiber sehen.

2. Rinder gehen dorthin, wohin sie schauen.

Das Lenken der Rinder erfolgt in der Bewegung und beruht darauf, dass man durch die eigene Positionierung das Tier in die gewünschte Richtung schauen lässt. Häufig werden  Tiere von außen um eine Kurve oder eine Ecke herumgedrückt. Das Ergebnis ist, dass die Tiere zum Treiber schauen und den Weg nicht sehen, dem sie folgen sollen. Hier ist die Arbeit für Mensch und Rind allein dadurch leichter, dass man sich auf die innere Seite der Kurve stellt. (Prinzip des inneren Auges).

3. Rinder folgen gerne anderen Rindern.

Die Tatsache, dass Rinder gern ihren Artgenossen folegn, macht es möglich auch große Herden und Tiergruppen zu treiben. Es ist nicht nötig, alle Tiere einer Gruppe oder Herde zu treiben. Es reicht oft, wenn man einen Bewegungskern erzeugt, sodass sich die übrigen Tiere der Bewegung anschließen.

4. Rinder haben wenig Geduld

Wer hätte das gedacht? Obwohl die wiederkäuenden Rinder eine große Ruhe ausstrahlen, sind sie doch recht ungeduldig. Interessiert sie etwas nicht, wenden sie sich schnell ab.

5. Rinder haben nur eins im Sinn oder können sich nur auf eins konzentrieren

Rinder sind ehrliche Tiere. Sie haben keine Hintergedanken und sind daher einfach zu lesen, wenn man berücksichtigt, dass sie in ihrem Ausdrucksverhalten aufgrund ihrer gering ausgeprägter Mimik und ihrer Lautäußerungen sehr reduziert sind.

Hintergründe zu Low Stress Stockmanship (LSS)

Low Stress Stockmanship (LSS) ist eine Methode von Bud Williams aus den USA, um mit Rindern zu arbeiten. Das Ziel ist, die Rinder mit so wenig Stress wie möglich zu belasten, egal ob sie auf eine neue Weide, im Stall oder zur Behandlung in einen Korral getrieben werden sollen, oder ob ein Tier vereinzelt werden soll. Die Methode braucht keine besondere Ausrüstung, Einrichtung oder Rasse, sondern beruht darauf, wie der Mensch sich gegenüber den Tieren bewegt und positioniert. Im Vordergrund stehen persönliche Fähigkeiten, die Tiere zu lesen sowie Druck am richtigen Ort und im richtigen Moment auszuüben und ihn wieder zu nehmen. Rinder lernen sehr schnell - im Guten wie im Schlechten. Dass eine Arbeit beim nächsten Mal deutlich weniger Zeit erfordert, ist geradezu ein Kriterium für gutes Arbeiten. Andersherum, wenn es unverändert schlecht geht oder gar länger dauert, habe ich es vorher nicht gut gemacht. 

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