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Milchviehhaltung

Rinderbestände weiterhin rückläufig

Milchkühe auf der Weide
Jana Semenow, dlz agrarmagazin
am
09.08.2017

Die Zahl der in Deutschland gehaltenen Rinder nimmt weiterhin ab. Somit ist trotz leichtem Anstieg der Milchpreise nicht mit einem Anstieg der Milchmenge zu rechnen.

Der Rinderbestand in Deutschland ist im Vergleich zum vorherigen Jahr weiterhin rückläufig. Bundesweit werden noch 12,4 Mio. Rinder gehalten. Zu dem Ergebnis kam das Statistische Bundesamt am Stichtag 03.05.17. Gegenüber dem vorherigen Jahr bedeutet dies einen leichten Rückgang um 1,6 %. Der Bestandsabbau habe sich damit weiter verstärkt.

Rinderbestände nehmen ab, aber Schlachtrinder zu

In den einzelnen Tierkategorien zeigten sich laut Agrarmarkt Informationsgesellschaft mbH (AMI) überwiegend rückläufige Entwicklungen zur Vorjahresbetrachtung. Im Gegensatz dazu nahm die Anzahl der Tiere, die zum Schlachten gehalten wurden, zu, wie bei Kälbern und Jungrindern sowie bei weiblichen Rindern über einem Jahr. Mit der zeitgleichen Abnahme der weiblichen Zuchttiere lässt dies kurzfristig nicht auf einen deutlichen Aufbau der Milchkuhbestände schließen. Trotz der weiter steigenden Milchpreise, sei in absehbarer Zeit auch nicht mit einem sprunghaften Anstieg der Milchmenge zu rechnen.

Weniger Milchkühe und verstärkte Betriebsaufgaben

Die Zahl der Milchkühe sei binnen eines Jahres um 1,4% gesunken, nachdem bei der Zählung im Mai 2016 ein Rückgang um 0,3 % ermittelt worden war. Damit wurde in etwa ein ähnlicher Bestandsumfang wie im Jahre 2013 erreicht.

Rund 67.319 Milchkuhbetriebe wurden im Mai 2017 festgestellt. Dies sind 5,6 % weniger als noch ein Jahr zuvor. Damit war die verminderte Anzahl der Haltungen deutlich stärker ausgeprägt als der Rückgang des Milchkuhbestandes, so AMI.

Trend zu größeren Rinderbeständen

Die rückläufigen Bestandszahlen bestimmen das Bild in der deutschen Milchkuhhaltung. Zeitgleich hat laut AMI aber die Zahl der Milchkühe zugenommen. Betrug die durchschnittliche Bestandgröße im Jahr 2010 im Mittel noch 45 Tiere, waren es 2017 mit rund 63 Milchkühen bereits etwa 40 % mehr.

Somit habe sich der Trend hin zu Tierzahlen über 100 Tieren fortgesetzt, während die Bedeutung kleinerer Bestände zurückgeht. Nach den aktuellen Zählungsergebnissen des Statistischen Bundesamtes werden in Deutschland gut ein Viertel der Milchkühe in Beständen mit mindestens 200 Tieren gehalten. Mehr als die Hälfte aller Tiere steht mittlerweile in Betrieben mit mindestens 100 Milchkühen.

Mit Material von Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH, Statistisches Bundesamt

Bundesländer-Vergleich: So hat sich der Milchpreis verändert

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