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Rinderzucht

Rindergrippe: So bleiben die Kälber gesund

Dieser Artikel ist zuerst in der DLZ erschienen.

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von , am
24.10.2016

Der Herbst kommt und mit ihm die Rindergrippe. Sie verringert die Leistung der Tiere oft ein ganzes Leben lang. Die Redakteure des dlz-agrarmagazins primus Rind geben Hinweise, wie Sie die Kälbergesundheit verbessern können.

Eine trockene und saubere Decke hält das Kalb warm. © Diersing-Espenhorst/dlz agrarmagazin

In der Aufzuchtphase ist die Behandlung der Atemwegserkrankungen ein wichtiger Faktor der Kälbergesundheit. Nach Durchfallerkrankungen ist sie die häufigste Ursache für Ausfälle und Abgänge der Kälber. Die Experten des dlz agrarmagazins davon aus, dass die Verluste in der Kälberaufzucht bei einem leichten Verlauf bei 90 Euro liegen.  Bei einem schweren Verlauf betragen die Schäden zirka 230 Euro.

5-Punkte-Plan für die Kälbergesundheit

Der Tierhalter sollte einen Managementplan für Gesundheit der Kälber in den Betrieb einführen. Dieser sollte mindestens fünf Punkte enthalten:

  1. Förderung des Immunsystems: Der Landwirt soll die Nachzucht mit Biestmilch frühzeitig versorgen. Innerhalb der ersten zwei Lebensstunden soll das Kalbvier Liter Milch trinken.
  2. Impfen: Das Impfprogramm muss mit dem Tierarzt entwickelt werden. Impfen ist bereits ab dem achten Lebenstag möglich. Nach dem zweimaligen Grundimmunisieren baut sich langsam eine aktive Immunität auf. Das heißt, ab etwa der siebten Lebenswoche sind die Tiere geschützt.
  3. Früherkennung der Krankheiten: Durchschnittlich dauert es 47 Stunden bis die Erkrankung erkannt wird, schreiben die dlz-Redakteure weiter. Vom ersten Fieber an vergehen zwei Tage, bis Symptome deutlich werden. Jedes Kalb, das eine Temperatur über 39,5 Grad  hat, ist sofort zu behandeln.
  4. Haltung: Die Rindergrippe ist eine Faktorenkrankheit. Deshalb sollen Stallklima, Gruppenbildung, Einstreu und Hygiene für die Vorbeugung beachtet werden. 
  5. Trinken und Fütterung: Tränkewasser darf nicht zu kalt sein. Beheizbare Tränken und Wassertemperaturen von fünf bis 15 Grad Celsius sind zu empfehlen. Die optimale Tränketemperatur des Milchaustauschers liegt bei etwa 40 Grad Celsius.

Symptome der Kälbergrippe

  • Körpertemperatur über 39,5 Grad Celsius
  • Kurze Atmung
  • Angestrengte Bauchatmung
  • Husten
  • Atemfrequenz über 36 Atemzüge pro Minute
  • Kopf gesenkt
  • Ohren hängen
  • Nasenausfluss
  • Augentränen
  • Kalb reagiert nicht auf Reize
  • Kalb kommt nicht zur Fütterungszeit nach vorne zur Tränk
  • Futter- und Tränkeaufnahme sinkt 

5 praktische Tipps zur Vermeidung der Kälbergrippe

Tipp 1: Entmisten, reinigen und desinfizieren Sie regelmäßig die Stallabteile in der nasskalten Jahreszeit. © Diersing-Espenhorst
Tipp 2: Passen Sie im Winter die Tränkekonzentration an den erhöhten Energiebedarf der Kälber an. © Diersing-Espenhorst
Tipp 3: Achten Sie darauf, dass beim Verschließen von Öffnungen und Fronten keine Zugluft im Stall entsteht. © Diersing-Espenhorst
Tipp 4: Verwenden Sie Decken für die Kälber. Diese sollen sauber und trocken sein. © Diersing-Espenhorst
Tipp 5: Wenn Sie regelmäßig misten, werden keine Schadgase die Atemwege der Tiere reizen. So können Sie das Erkrankungsrisiko bei den Kälbern vermeiden. © Diersing-Espenhorst
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