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Haltung und Mast

Rindermarkt: Kleinere Produktion und hohe Preise

von , am
02.03.2012

Rindermäster können zufrieden sein. Die Preise für Schlachtrinder dürften in diesem Jahr das hohe Niveau von 2011 halten.

© Andreas Dück/aboutpixel.de
Zu diesem Ergebnis kommen die Fachleute der EU-Kommission in ihrem aktuellen Marktausblick von Ende Februar.
 
Die Ursache für die hohen Preise liegt zum einen in der anhaltend guten Nachfrage von den Exportmärkten, zum anderen aber auch an dem kleiner werdenden Angebot in der EU. Für das Gesamtjahr 2012 erwartet die Kommission auf Basis der vorliegenden Länderdaten einen Rückgang der EU-Rindfleischproduktion gegenüber 2011 von 3,7 Prozent (%) auf 8,06 Millionen Tonnen (Mio. t). Wegen der gestiegenen Verbraucherpreise soll der Verbrauch jedoch ebenfalls um 2,2 % auf 7,99 Mio. t zurückgehen. Damit ist die europäische Produktionsbilanz ziemlich ausgeglichen.
 
Der kräftige Rückgang der Produktion wird auch durch die hohen Futterkosten verursacht. Diese führen tendenziell zu einer früheren Vermarktung der Rinder mit leichteren Schlachtgewichten.

Exporte gehen zurück

Die kleinere Produktion führt am Ende auch zu einem kleineren Angebot für die weiter sehr aufnahmefähigen Exportmärkte. Für 2012 rechnet man deshalb auch mit einem Rückgang der Fleisch-Ausfuhren um fast ein Drittel auf 235.000 Tonnen. Anderseits sollen die Rindfleisch-Einfuhren aus Südamerika wegen des kleineren Inlandangebotes und der hohen Binnenmarktpreise wieder zunehmen und um zehn Prozent auf 316.000 Tonnen steigen. Damit wäre die EU im Unterschied zum Vorjahr wieder Nettoimporteur von Rindfleisch.
 
Dies gilt allerdings nicht, wenn man die relativ stabilen Lebendexporte (148.000 t) in die Türkei und nach Russland berücksichtigt. Dann liegt die Ausfuhrmenge 2012 mit insgesamt 383.000 t weiterhin gut 20 Prozent über dem Importvolumen.

Türkei derzeit wichtigster Exportmarkt

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Wichtigster Absatzmarkt für Rindfleisch und Rinder aus Europa war Jahr 2011 erstmals nicht Russland sondern die Türkei. Knapp 30 Prozent der Gesamtausfuhren (Produktgewicht) gingen nach den Daten der EU-Kommission an das Land am Bosporus.
 
Zweitwichtigster Abnehmer für Rindfleisch aus der EU ist der weltweit größte Rindfleischimporteur Russland. An den bislang wichtigsten Handelspartner ging 2011 etwas weniger als ein Fünftel der Ausfuhrmenge. Wichtigster Lieferant für den europäischen Markt blieb 2011 Brasilien, mit 38 % der europäischen Importe. Auf Position zwei und drei der wichtigsten Rindfleisch-Lieferanten für die EU liegen Argentinien und Uruguay. Die beiden südamerikanischen Länder erreichen einen Marktanteil von 19 beziehungsweise 15 Prozent. Auf Rang vier ist 2011 die USA vorgerückt.
 
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