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Aus der Wirtschaft

Rinderpreise im freien Fall?

© agrar-press
von , am
17.05.2013

Seit Anfang des Jahres sind die Preise für Jungbullen um etwa 15 Prozent gefallen. Die Ursachen dafür liegen wohl vor allem im rückläufigen Export.

© Mühlhausen/landpixel
Die Preise für Jungbullen haben im April und in der ersten Maihälfte weiter nachgegeben und lagen zuletzt nur noch bei 3,65 Euro/kg. Seit Jahresbeginn ist dies ein Preisrutsch von etwa 15 Prozent oder 55 Cent. Vom Angebot her lässt sich dieser Preisrückgang eigentlich nicht erklären, denn die Schlachtung von Jungbullen in Deutschland lag in den ersten beiden Monaten des Jahres rund zwölf Prozent unter dem Vorjahr. Auch Kühe wurden Anfang des Jahres knapp acht Prozent weniger geschlachtet als 2012.
 

Export ist rückläufig

Damit dürften die Ursachen für den Preisdruck wohl vor allem im Export sowohl in andere EU-Staaten als auch in Drittländer liegen. Die Ausfuhrmenge in Drittländer aus der EU ist nach den Daten der Kommission deutlich zurückgegangen. Insbesondere der Export in die Türkei (als wichtigster Absatzmarkt des letzten Jahres) ist regelrecht eingebrochen. Aber auch nach Russland war die Ausfuhr rückläufig. Deutschland als derzeit größter Rindfleisch-Exporteur der EU und konnte seine Ausfuhrmenge in Drittländer allerdings stabil halten.

Preisdruck nur in Deutschland und Polen

Aber der rückläufige Export unserer europäischen Nachbarländer bleibt nicht ohne Wirkung auf den deutschen Markt. Offensichtlich nimmt der Bedarf an Rindfleischeinfuhren aus Deutschland in einer ganzen Reihe von europäischen Ländern ab. Allerdings ist das Preisniveau in Frankreich, Italien, den Niederlanden und Dänemark bislang deutlich stabiler als hierzulande. Im Vereinigten Königreich sind die Preise sogar kräftig gestiegen. Lediglich bei unseren polnischen Nachbarn sind die Preise ähnlich stark gefallen wie in Deutschland.
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