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Österreich

Rindertuberkulose: 33 Betriebe wurden gesperrt

Nicoleta Culiuc/dpa/bmel
am
04.03.2016

Im österreichischen Vorarlberg sind mehrere Infektionsfälle von Rindertuberkulose nachgewiesen worden. Ein Bestand von 20 Kühen und Kälbern musste getötet werden. 100 weitere Milchkühe warten auf ihr Testergebnis.

Wegen Infektionsfällen von Rinder-Tuberkulose (TBC) mussten 33 Rinderbetriebe im österreichischen Vorarlberg gesperrt werden, berichtet Austria Presse Agentur (APA). Der TBC-Erreger wurde bei den Untersuchungen in neun Betrieben gefunden. Bei einer Kuh stellte die Agentur für Ernährungssicherheit offene Tuberkulose fest. Der gesamte Bestand von 20 Kühen und Kälbern des betroffenen Betriebes musste getötet werden.

24 Betriebe waren mit den infizierten Tieren im Kontakt

In 9 Betrieben wurde der Erreger gefunden. Die restlichen 24 Höfe waren in Kontakt mit infizierten Tieren. Eine zweite Untersuchung soll überprüfen, ob sich die Rinder gegenseitig infiziert haben. Mehr als 100 Milchkühe anderer Betriebe, die mit der infizierten Kuh im Sommer gegrast hatten, müssen noch auf einen zweiten negativen Befund warten, um als TBC-frei zu gelten.

So wird Rindertuberkulose übertragen

Von Rind zu Rind können die Bakterien durch Einatmen, ausgehustete Tröpfchen sowie infiziertes Wasser und Futter übertragen werden. Das größte Risiko für die Menschen geht von erregerhaltiger Rohmilch aus. Mykobakterien werden dem BMEL zufolge bei der Pasteurisierung von Milch jedoch abgetötet, so dass die Aufnahme von pasteurisierter Milch für den Menschen ungefährlich ist. Bis zum Auftreten von Symptomen - etwa Husten oder Abmagerung - können Jahre vergehen.

IMP zufolge ist eine TBC-Infektion zwischen Mensch und Tier wechselseitig übertragbar. Mycobacterium bovis - der Erreger der Tuberkulose beim Rind - ist weltweit in der Rinderpopulation verbreitet.

Europa: Hier tritt TBC vermehrt auf

In Europa tritt die Erkrankung zurzeit vermehrt in Spanien, Irland, Großbritannien und  Nordirland auf, meldet das Bundesagrarministerium (BMEL). Viele Länder Europas gelten nach Angaben des Friedrich Loeffler Institut (FLI) inzwischen als frei von der Rindertuberkulose. Das bedeutet laut einer EU-Definition, dass in mindestens 99,9 Prozent der Rinderbetriebe eines Landes während eines Jahres die Rindertuberkulose nicht festgestellt wurde. Deutschland gilt als frei von TBC. Dennoch werden laut FLI, dem Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, auch in Deutschland in wenigen Betrieben noch infizierte Tiere entdeckt.

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