Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Rindertuberkulose bei Landwirtsfamilie gefunden

Fleckvieh im Stall
am Dienstag, 19.01.2021 - 19:09 (Jetzt kommentieren)

Bei einer oberbayerischen Bauernfamilie wurde Rinder-Tuberkulose festgestellt. Die Rinder wurden getötet und der Betrieb wurde amtlich gesperrt.

Nach einem Tuberkuloseausbruch auf einem oberbayerischen Bauernhof sind Eltern und Lehrer der Realschule über ein mögliches Ansteckungsrisiko informiert worden. Auf dem Hof war Tuberkulose von den Rindern auf ein Kind und zwei weitere Familienmitglieder übertragen worden.

„Die betroffenen Mitschülerinnen und Mitschüler und Lehrkräfte des Kindes werden nun sicherheitshalber getestet", teilte das Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen am Dienstag mit. Weitere Klassen der Schule seien nicht betroffen. Die drei Erkrankten aus der Familie hätten keine Symptome.

Bei dem Kind konnte die Rindertuberkulose nur unter Laborbedingungen nachgewiesen werden, nachdem die Bakterien in einer Probe angezüchtet wurden. Die Familie war untersucht worden, weil bei dem Tierbestand des landwirtschaftlichen Betriebes die Rindertuberkulose nachgewiesen worden war.

Tuberkulose: Rinder wurden getötet, Betrieb amtlich gesperrt

Fleckvieh in einem Stall

Alle Rinder des betroffenen Bestandes wurden getötet. „Der Betrieb wurde nach der ersten Feststellung amtlich gesperrt, sodass weder Fleisch noch Milch als Lebensmittel abgegeben werden konnten“, betonte die Kreisbehörde. Die Tuberkulose ist vom Tier auf den Mensch, aber auch vom Mensch auf das Tier übertragbar und gehört somit zu den Zoonosen.

Eine Infektion mit Rindertuberkulose erfolgt meistens über die Luft (Tröpfcheninfektion). Die Krankheit verläuft zunächst symptomlos, bevor sich geschwülstige Veränderungen und geschwulstartige Knoten (Tuberkel) in den Lymphknoten und den Organen bilden. Die Tierseuche wurde in Deutschland lange bekämpft.

Seit mehr als 20 Jahren gelten die Rinderbestände in der Bundesrepublik offiziell als frei von Tuberkulose, wie das Bundesinstituts für Risikobewertung in Berlin weiter mitteilte. „Allerdings sind in den vergangenen Jahren sporadisch infizierte Tiere bei Fleischuntersuchungen im Rahmen der Schlachtung festgestellt worden,“ heißt es weiter.

Deutschland gilt seit 1997 tuberkulosefrei

Die Tuberkulose der Rinder ist eine in Deutschland anzeigepflichtige Tierseuche. Die Bekämpfungsvorschriften gegen die Tierseuche sind in der "Verordnung zum Schutz gegen die Tuberkulose des Rindes  –  (Tuberkulose-Verordnung)" in der Fassung der Bekanntmachung vom 13. März 1997 (BGBl. IS. 462) in der jeweils geltenden Fassung festgelegt.

Die Tuberkulose der Rinder wurde in Deutschland in den 50er bis 70er Jahren durch regelmäßige Untersuchungen und die entsprechend eingeleiteten Maßnahmen erfolgreich bekämpft. Im Jahre 1997 wurde Deutschland der Status „amtlich anerkannt tuberkulosefrei“ zuerkannt.

Seither wird die Tuberkuloseüberwachung über die Fleischuntersuchung geschlachteter Rinder sichergestellt. Dennoch kommt es immer wieder vor, dass sich Rinder mit dem Erreger der Tuberkulose infizieren, zum Beispiel durch den Kontakt zu infizierten Wildtieren.

Damit es in solchen Fällen nicht zu einer erneuten Ausbreitung der Tierseuche in Deutschland kommt, werden staatliche Bekämpfungsmaßnahmen eingeleitet. Diese beinhalten die Untersuchung aller Rinder des Bestandes, die Tötung und unschädliche Beseitigung von erkrankten Tieren sowie Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen.

Mit Material von dpa

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...
Auch interessant