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Niedersachsen

Rindertuberkulose: Mehr als 100 Kühe müssen gekeult werden

Kuhauge
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Wiebke Herrmann, agrarheute
am
16.05.2013

Auf einem Betrieb im Landkreis Rotenburg in Niedersachsen müssen mehr als 100 Rinder gekeult werden. Bei ihnen wurde Tuberkulose nachgewiesen.*

Mehr als 100 Rinder mussten auf einem Milchviehbetrieb im Landkreis Rotenburg in Niedersachsen gekeult werden. Das zuständige Veterinäramt hatte auf dem Betrieb Tuberkulose festgestellt.

Auffällig wurde der Betrieb durch Untersuchungen am Schlachthof in Nordrhein-Westfalen. Bei einer geschlachteten Kuh aus dem jetzt betroffenen Betrieb konnten bei der Fleischuntersuchung typische Veränderungen und im Labor die Erreger der Tuberkulose nachgewiesen werden. Die daraufhin im Herkunftsbetrieb eingeleiteten Untersuchungen ergaben eine hohe Befallsrate der Rinder. Mehr als 100 Rinder sind nach Angaben des Veterinäramtes betroffen. Nicht zweifelsfrei unverdächtige Tiere müssen nun unschädlich beseitigt werden. Zudem werden auf Betrieben, die Tiere aus dem infizierten Betrieb erhalten haben, ebenfalls auf Tuberkulose untersucht. So soll das Verschleppen der Erkrankung ausgeschlossen werden.

Tuberkulose auch für den Menschen krankmachend

Tuberkulose ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die durch bestimmte Mykobakterien ausgelöst wird. Nach der Infektion mit dem Bakterium befällt es zunächst die Lymphknoten. Bei den erkrankten Tieren tritt dabei am häufigsten eine Lungentuberkulose auf. Bei einer Entzündung des Euters können die Mykobakterien mit der Milch ausgeschieden werden.

Auch Menschen können sich mit dem Erreger infizieren. Das Übertragen kann zum einen direkt über den engen Kontakt zu Rindern erfolgen. Zum anderen auch über den Verzehr kontaminierter Lebensmittel wie Milch oder Fleisch. Das Erhitzen der Lebensmittel tötet das Mykobakterium allerdings ab, sodass wärmebehandelte Milch oder gegartes Fleisch keine Gefahr darstellen.

Deutschland ist seit 1997 offiziell frei von Tuberkulose. Nur vereinzelnd treten Nachweise der Erkrankung auf.

*Hinweis der Redaktion: Dieser Artikel war zwischenzeitlich auf das Datum 16.05.2018 gestellt. Dies ist falsch. Die Nachricht ereignete sich 2013.

Mit Material von Rotenburger Rundschau
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