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Haltung und Mast

Rindfleisch: Enge Versorgung hält Preise oben

© fisfra/Fotolia.com
von , am
27.11.2012

Die globale Produktion von Rindfleisch stagniert 2012 das fünfte Jahr in Folge. Ursache sind die sehr stark gestiegenen Futterkosten. Das senkt die Wirtschaftlichkeit.

Für Jungbullen und Schlachtkühe gab es in der sechsten Kalenderwoche vier bzw. sechs Cent mehr. © Kalle Kolodziej/fotolia.de
Vor allem in den intensiv produzierenden Regionen wie den USA und der EU schlagen die hohen Futtermitelpreise auf die Wirtschaftlichkeit. Anderseits hält das begrenzte Angebot die Rinderpreise weltweit auf sehr hohem Niveau. Auch für das nächste Jahr werden weiterhin hohe oder sogar steigenden Preise erwartetet.
 
Zu diesen Ergebnissen kommt die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) in ihrer halbjährlichen Marktvorschau.

USA: Produktion fällt auf 60-Jahrestief

Insbesondere in Ländern mit intensiver Rindermast sind die Folgen der stark gestiegenen Futterkosten auf die Wirtschaftlichkeit der Rindfleischproduktion erkennbar. So rechnet die FAO damit, dass die Rindfleischerzeugung in den USA infolge der katastrophalen Dürre in diesem Sommer auf ein tiefsten Stand seit 60 Jahren fällt.
 
Aus ähnlichen Gründen schrumpft auch die Produktion in Russland, der Ukraine und Mexiko. Vor dem Hintergrund der rückläufigen Produktion nimmt der Import der USA - des weltgrößten Importeurs - kräftig um fast 15 Prozent (%) zu und die Exporte gehen um mehr als zehn Prozent zurück.
 
Auch die Importe Russlands - des weltweit zweitgrößten Importeures - nehmen 2012 moderat zu.

EU: Produktion und Export rückläufig

In der Europäischen Union führt der starke Anstieg der Futterkosten nach Einschätzung der FAO ebenfalls zu einem weiteren Rückgang der Produktion um vier Prozent. Die Produktionsmenge fällt damit sogar auf den niedrigsten Stand seit den 60er Jahren. Neben den sehr hohen Futterkosten bewirken zudem auch die steigenden Milchleistungen einen anhaltenden Bestands- und Produktionsrückgang.
 
Die deutliche Verknappung des Rindfleischangebotes am EU-Markt führt in Verbindung mit den hohen Binnenmarktpreisen zu einem Rückgang der Exporte um etwa 30 %. Auch der Verbrauch nimmt nach Meinung der FAO um rund drei Prozent ab. Gleichzeitig schrumpfen wegen des knappen globalen Angebots auch die Importe um rund sieben Prozent und die EU wird 2012 wieder zum Nettoimporteur.

Ozeanien kann mehr exportieren

Anders als in Nordamerika und Europa haben die sehr guten Witterungsbedingungen der letzten beiden Jahre in Verbindung mit den hohen Milch- und Fleischpreisen in Ozeanien zu einer Aufstockung der Rinderbestände geführt. Hinzu kommen für beide Länder die infolge der schrumpfenden US-Produktion verbesserten Exportmöglichkeiten nach Nordamerika.
 
Sowohl für Australien als auch für Neuseeland nehmen die Exporte 2012 zu.

Argentinien exportiert immer weniger

Auch in Südamerika ist die Produktion gewachsen. Dies gilt insbesondere für Brasilien, aber auch für Paraguay und Uruguay. Sogar in Argentinien haben die rekordhohen Inlandspreise zu eine deutlichen Zunahme der Produktion geführt, wobei die Ausfuhr wegen der starken Währung und der massiven staatlichen Exportrestriktionen erneut um rund 20 % weiter zurückgehen könnte.
 
Dagegen nehmen die Exporte Brasiliens ebenso zu wie die Ausfuhren Uruguays.

Indien mit starkem Wachstum

Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass © dlv
In Asien ist die Entwicklung nicht einheitlich. Während die Produktion in Indien infolge der wachsenden Investitionen um zwölf Prozent zunimmt, erholt sich die Produktion in Südkorea von den Folgen der drastischen Bestandsdezimierung infolge des MKS-Ausbruchs von zwei Jahren.
 
Indien baut seine Position als weltweit größter Rindfleischexporteur vor Brasilien, Australien und den USA aus und steigert die Ausfuhren im laufenden Jahr um rund 17 %.
 
In China schrumpft die erzeugte Rindfleischmenge indessen das zweite Jahr in Folge wegen der hohen Produktionskosten und des offensichtlichen Arbeitskräftemangels in diesem Sektor. Deshalb nehmen die chinesischen Importe 2012 weiter zu, erreichen jedoch noch lange nicht die Größenordnung wie bei Schweinefleisch.
 
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