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Aus der Wirtschaft

Rindfleischmarkt international: Exportboom in die Türkei

© landpixel
von , am
24.11.2011

Der deutsche Drittlandexport von Rindfleisch hat in den ersten acht Monaten des Jahres 2011 rekordverdächtig zugenommen.

Anfang Juli strahlte die ARD eine Doku über die kriminellen Machenschaften in der Fleischbranche aus. © Mühlhausen/landpixel
Von Januar bis August exportierte Deutschland insgesamt 83.683 Tonnen Rindfleisch/Rinder in Länder außerhalb der EU. Im Vergleich zum letzten Jahr ist dies ein Zuwachs von 68 Prozent. Damit ist Deutschland der größte Rindfleischexporteur der EU, noch vor Frankreich und Polen. Allerdings sind die Ausfuhren der meisten anderen EU-Länder ebenfalls sehr kräftig gewachsen.

Türkei öffnet sich für Exporte

Dies hat vor allem mit den neuen Exportmöglichkeiten der Europäer in die Türkei zu tun. Das Land am Bosporos hatte wegen der immer schlechteren Inlandsversorgung mit Rindfleisch und den stark steigenden Verbraucherpreisen im letzten Jahr die Grenzen für (zollvergünstigte) europäische Exporte geöffnet und damit einen regelrechten Boom ausgelöst. In den ersten acht Monaten des Jahres 2011 wuchsen die europäischen Ausfuhren an Rindfleisch und lebenden Rindern in die Türkei so stark, dass Russland von der Position 1 der wichtigsten Drittlandsmärkte verdrängt wurde.
 
Russischer Rinderbestand schrumpft weiter
 
Mit einem Volumen von 119.000 Tonnen Produktgewicht exportierten die EU-Länder rund 40 Prozent mehr Rindfleisch in Türkei als nach Russland (85.000 t). Gleichzeitig haben jedoch auch die Ausfuhren nach Russland um gut ein Drittel zugenommen, denn der russische Rinderbestand ist weiter geschrumpft und damit wird auch die russische Versorgungslücke größer. (Grafik: EU-Exporte von Rindfleisch nach Ländern 2011)
 
{BILD:150982:jpg}Eine ausführliche Analyse zum europäischen Rindermarkt finden sie in der Ausgabe 12/2011 der NL - Neuen Landwirtschaft/Magazin für Agrarmanager.
 
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