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Haltung und Mast

Rindfleischsektor: Verbände warnen vor 'katastrophaler Lage'

von , am
16.04.2013

Der europäische Rindfleischsektor befindet sich in einer "katastrophalen Lage", warnen die europäischen Bauernverbände Copa/Cogeca. Die Einkommen seien niedrig und Futter knapp.

Copa-Cogeca warnt vor den Auswirkungen hoher Produktionskosten und kleiner Gewinnspannen. © Erika Hartmann/pixelio.de
Nach Ansicht der europäischen Bauernverbände Copa-Cogeca befindet sich der Rindfleischsektor in Europa in einer "katastrophalen Lage".
 
Der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Rindfleisch von Copa-Cogeca, Pierre Chevalier: "Die Lage des Sektors ist aufgrund schlechter Witterungsbedingungen - ein langer Winter, schwere Regenfälle - in mehreren Mitgliedstaaten sehr schwierig, was die Beschaffung von Futtermitteln erschwert." Vielerorts sei nur noch wenig Winterfutter verfügbar, die Lagerbestände nahezu aufgebraucht.
 
"Die Rindfleischproduzenten der EU, die in einem der Sektoren mit den niedrigsten Einkommen tätig sind, werden von hohen Produktionskosten und geringen Gewinnspannen schwer getroffen", so Chevalier.

Rindfleischproduktion steht auf 'tönernen Füßen'

Copa-Cogeca-Generalsekretär Pekka Pesonen warnt: "Die Rindfleischproduktion in der EU steht auf tönernen Füßen und ist nicht länger rentabel." Aufgrund der geringen Markterlöse bestehe die Gefahr schwerwiegender wirtschaftlicher und sozialer Folgen - was die Krise weiter verschärfen würde. "Der Anstieg der Produktionskosten, der Rückgang der Erzeugergewinnspannen und die mangelnde Rentabilität führen dazu, dass der gesamte Sektor schwer getroffen wird", erklärt Pesonen.

Handelsgespräche müssen Folgen für Rindfleischsektor beachten

Zusätzlicher Druck entstehe aus manchen bilateralen Handelsgesprächen. Diese Verhandlungen führten zu schweren Bedenken im Rindfleischsektor.  "Es ist daher von zentraler Bedeutung, politische Entscheidungen zu treffen, um die europäische Produktion zu sichern und dem Sektor eine Zukunft zu geben. In den bilateralen Handelsgesprächen müssen die sozialen und wirtschaftlichen Folgen für den Rindfleischsektor Berücksichtigung finden", fordert Pesonen. 
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