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Milchproduktion

Rohstoffwert Milch erholt sich - Steigende Preise für Magermilchpulver

© adimas/Fotolia
von , am
01.06.2011

Kiel - Der Rohstoffwert Milch hat sich im Mai leicht vom Absturz im Vormonat erholt. Er stieg um 0,2 Cent auf 34,8 Cent je Kilo an.

Aktuell wird auch wegen der niedrigen Preise die Milchanlieferung etwas zurückgefahren. © fotolyse/fotolia
Der Rohstoffwert für Milch mit 4 Prozent Fett und 3,4 Prozent Eiweiß hat sich im Mai leicht vom Absturz im Vormonat erholt. Zurückzuführen sei der Anstieg auf die Preiserhöhungen bei Magermilchpulver um 3,20 auf 227,60 Euro pro 100 Kilo, teilte das Kieler ife-Institut laut Dow Jones News mit. Dieser Anstieg habe Preisrückgänge bei Butter um 1,70 Euro auf 402,60 Euro je 100 Kilo mehr als ausgeglichen. Im Vergleich zum Mai 2010 ist der Rohstoffwert um 0,6 Cent gestiegen.

Weiterer Anstieg für Juni erwartet

Die Experten des ife-Instituts warnen vor einer Überinterpretation des im Mai beobachteten Preisdrucks bei Butter. Bereits in der letzten Maiwoche erfuhren die Notierungen für Butter einen Anstieg von mehr als EUR 3,-/100 kg gegenüber dem monatlichen Durchschnittspreis, erläutern sie.
 
Auch bei Magermilchpulver sei ein Plus erkennbar: Zuletzt konnte ein um EUR 6,15/100 kg höherer Preis gegenüber dem Durchschnittswert beobachtet werden. Daher könne im Juni ein Anstieg des Rohstoffwerts Milch erwartet werden.

Rückläufiges Milchangebot

Die Festigkeit der Märkte ist nach Aussage des ife-Instituts zurückzuführen auf das saisonal übliche, rückläufige Milchangebot, auf die in diesem Jahr verringerten Rohstoffausbeuten angesichts reduzierter Gehalte an Inhaltsstoffen wie Fett und Eiweiß sowie auf die gegenüber dem Vorjahr höheren Vorsorgeaktivitäten in Deutschland bei der privaten Lagerhaltung von Butter.
 
Ob und wie stark sich das Marktgleichgewicht in den kommenden Wochen nach oben entwickelt, werde davon abhängig sein, wie sich die Exportnachfrage insbesondere bei Magermilchpulver und Käse entwickelt. Dies werde im starken Maße von der weiteren Entwicklung des Dollar-Euro-Kurses und auch von den Einschätzungen zum Angebot in Ozeanien beeinflusst, wird betont.
 
Der monatlich vom Informations- und Forschungszentrum für Ernährungswirtschaft (ife) in Kiel berechnete Rohstoffwert gibt nicht den Auszahlungspreis von Milch einer bestimmten Molkerei an, da er nur Erlöse aus Butter und Magermilchpulver zugrunde legt, keine Vertragslaufzeiten zwischen Weiterverarbeitern/Handel und Molkereien berücksichtigt und nur das hier gewählte Erlös-, Kosten- und Mengenszenario dem Rohstoffwert Milch zugrunde liegt. Dieser Wert gilt aber als wichtiger Index für die Preisentwicklung in Deutschland und auch für den EU-Markt.
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