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Milchmarkt

Rohstoffwert Milch geht im Oktober 2,1 Cent nach oben

Hermann Krauß, agrarheute
am
04.11.2015

Den zweiten Monat in Folge konnte der Rohstoffwert Milch im Oktober zulegen. Für den abgelaufenen Monat wurde er bei 25,1 Cent je Kilogramm Milch taxiert. Das sind 2,1 Cent mehr als im September.

Die erfreuliche Entwicklung des Rohstoffwerts Milch hielt im Okotber an. So stieg der vom ife-Institut errechnete Wert für die Verwertungsmöglichkeiten von Butter und Magermilchpulver um 2,1 Cent/Kilogramm auf nun 25,1 Cent/kg. Das ist der höchste Wert seit einem halben Jahr. Zuletzt konnte der Rohstoffwert Milch im April die 25-Cent-Marke mit 27,6 Cent/kg überqueren.

Ob sich im November die im September und Oktober aufwärts gerichtete Tendenz fortsetzt, muss sich laut Dr. Olaf Zinke, Marktexperte beim agrarmanager, allerdings noch zeigen. Vieles spricht dafür, dass die Butterpreise weiter anziehen. Anders sieht derzeit die Marktlage bei Magermilchpulver aus. Ende Oktober haben sich die Preise abgeschwächt.

Starke Zuwächse bei Butter und Magermilchpulver

Der Anstieg des Rohstoffwertes basiert auf Zuwächsen bei Magermilchpulver und Butter:

  • Der Durchschnittspreis für Magermilchpulver stieg nach Angaben des ife-Instituts von September auf Oktober von 165,4 Cent/kg auf 174,4 Cent/kg. Der Zuwachs von 9,00 Euro/100 kg entspricht 5,2 %. Vor einem Jahr gab es für 100 kg Magermilchpulver 192,20 Euro.
     
  • Für 100 kg Butter wurde im Oktober ein Durchschnittspreis von 302,8 Euro errechnet, im Vergleich zum September (278 Euro) sind das 24,8 Euro/100 kg oder 8,2 % mehr. Damit hat die Butterverwertung fast den Wert des Vorjahres erreicht. Im Oktober 2014 stand die Butter im Monatsmittel bei 303,5 Euro.

Die Milchanlieferungen nähern sich laut dlv-Marktexperte Zinke in Europa ihrem saisonalen Tiefpunkt. Dennoch sind bisher kaum Anzeichen für einen Rückgang der Produktion unter die Vorjahreslinie zu erkennen. Außerhalb der EU wird für den weiteren Verlauf dieses Jahres und auch für 2016 mit deutlich geringeren Zuwachsraten gerechnet. In Neuseeland rechnet man sogar mit weniger Milch. Am Weltmarkt hat sich der Preisanstieg zuletzt wieder beruhigt.

So setzt sich der Rohstoffwert zusammen

Der Rohstoffwert Milch gibt nicht den Milchauszahlungspreis einer bestimmten Molkerei an, da ihm laut ife nur Erlöse aus Butter und Magermilchpulver zugrunde liegen. Ferner werden keine Vertragslaufzeiten zwischen Weiterverarbeitern/Handel und Molkereien berücksichtigt.

Die Vollkosten berücksichtigen die Herstellungs- und Vertriebskosten, nicht die Erfassungskosten, und fließen mit 26 Euro/100 kg bei Butter und 38 Euro/100 kg bei Magermilchpulver in die Berechnung ein. Bei Magermilchpulver wird mit Laktose standardisierte Ware unterstellt.

Der Rohstoffwert Milch ab Hof gilt für eine Standardmilch mit 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß, ab Hof des Milcherzeugers, ohne Mehrwertsteuer, das heißt durchschnittliche Erfassungskosten und Nebenkosten der Erfassung vom Milcherzeuger bis zur Molkerei in Höhe von 1,4 Cent je kg Milch sind berücksichtigt.

Der Rohstoffwert Milch frei Rampe lässt die Erfassungs- und etwaige Nebenkosten unberücksichtigt und gilt frei Rampe Molkerei.

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