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Milchproduktion

Rohstoffwert Milch auf höchstem Stand seit 2007

von , am
05.04.2011

Kiel - Der deutsche Rohstoffwert für Milch mit 4 Prozent Fett und 3,4 Prozent Eiweiß ist im März um 7,4 Prozent beziehungsweise 2,7 Cent auf 39,1 Cent/kg gestiegen.

Emmentaler Käse
© G.K./aboutpixel.de
Diese Steigerung sei überwiegend auf die höheren Preise für Butter zurückzuführen, teilte das Kieler ife-Institut laut Dow Jones News mit. Damit habe der Rohstoffwert den höchsten Stand seit August 2007 erreicht. Gegenüber März 2010 habe sich sogar ein Anstieg um 12,5 Cent oder 47 Prozent ergeben. Mittlerweile hätten die Preise für Magermilchpulver und Butter aber nachgegeben, sodass im April ein niedrigerer Wert erwartet werden könne, so die Prognose des Instituts.
 

Verkauf aus EU-Interventionsbeständen dämpft Preise

Dass im Frühjahr Butter und Magermilchpulver billiger werden, sei angesichts des saisonal steigenden Milchangebots fast immer die Regel. Das Besondere in diesem Jahr sei, dass die Preise nicht schon früher zurückgegangen sind, stellen die Kieler Experten fest. Normalerweise passiere dies schon im Januar. Vermutlich werde die Schwächephase nur von kurzer Dauer sein, weil spezielle Gründe die jüngste Tendenz verursacht hätten: Bei Magermilchpulver habe sich der Verkauf aus EU-Interventionsbeständen dämpfend auf die Preise ausgewirkt.
 
Das Neugeschäft für den Export sei durch den stärker gewordenen Euro geschwächt. Physisch würden weiterhin sehr große Mengen an Milchpulver, Käse und Butter aufgrund bestehender längerfristiger Kontrakte exportiert. Mit zunehmender Erfüllung der bestehenden Kontrakte werde die Nachfrage wieder steigen. In Westeuropa und Nordamerika dürfte der saisonale Höhepunkt der Milchproduktion in der ersten Maihälfte erreicht sein, berichtet das ife-Institut, ab dann würden die Mengen wohl wieder zurückgehen.
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