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Aus der Wirtschaft

Russland: Einfuhr von Wiederkäuern aus der EU nur formal erlaubt

von , am
17.05.2013

Moskau - Der Föderale Aufsichtsdienst für Tier- und Pflanzengesundheit in Russland legte vorbeugende Auflagen für die Importe von Wiederkäuern aus der EU fest. Formal dürften Rinder dann wieder eingeführt werden.

In den Futtermitteln wurde das in der Tierfütterung verbotene Antibiotikum Furazolidon festgestellt. © Michael Bührke/pixelio
Der Export von Rindern und kleinen Wiederkäuern aus der EU nach Russland ist seit Anfang des Monats grundsätzlich wieder möglich. Allerdings legte der Föderale Aufsichtsdienst für Tier- und Pflanzengesundheit (Rosselchoshnadsor) mit Wirkung ab  1. Mai quasi prohibitive Auflagen für die Importe fest. Dazu gehört auch die Vorgabe, dass die negativen Ergebnisse der Labortests auf das Schmallenberg-Virus in den Begleitpapieren von einem Vertreter des Veterinärdienstes des Exportlandes sowie einem russischen Spezialisten bestätigt werden müssen.

Quarantäne und Laboruntersuchungen sind obligatorisch

Am 20. März 2012 hatte Russland wegen des Auftretens dieses neuen Virus ein Einfuhrverbot für die gesamte Europäische Union für lebende Rinder, kleine Wiederkäuer und Schweine sowie für Sperma und Embryonen dieser Tiere erlassen. Wie Rosselchoshnadsor in der ersten Maiwoche auf der Internetseite veröffentlichten Rundschreiben erläuterte, ist die Bedingung für den Import von Wiederkäuern aus der EU eine 21-tägige Quarantäne vor der Ausfuhr der Tiere "in von Erregern freien Räumen". Dabei seien die Tiere in der ersten Woche auf das Virusgenom und in der dritten Woche auf Antikörper zu untersuchen. Die Aufsicht des russischen Inspektors über die Quarantäne und die Laboruntersuchungen sei obligatorisch, betonte die Behörde.

Praktisch darf nach wie vor kein Rind nach Russland geliefert werden

Da auch diese Vorkehrungen keine hundertprozentige Gewähr für eine Nichteinschleppung des Schmallenberg-Virus böten, sollten die Veterinärämter der russischen Regionen eine erneute Quarantäne sowie Labortests nach der Einfuhr der Tiere durchführen, empfahl der Moskauer Aufsichtsdienst außerdem. Deutschen Tierzuchtexperten zufolge dürfte unter diesen Bedingungen kein einziges Rind nach Russland geliefert werden. Auch macht nach ihrer Darstellung die russische Vorgabe der Antikörperfreiheit für die Einfuhr keinen Sinn, da laut Schätzungen mittlerweile rund 80 Prozent aller Rinder in der EU gegen das Schmallenberg-Virus immunisiert sind.
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