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Milchproduktion

Sachsen: Melkroboter auf dem Vormarsch

von , am
08.10.2013

Die Anzahl der Melkroboter in Sachsen steigt an. Auch Großbetriebe entscheiden sich aus Gründen der Arbeitsqualität zunehmend für Automatische Melksysteme.

Vorallem Betriebe mit 50 -70 Kühen entscheiden sich für einen Melkroboter. © landpixel
Die Anzahl der Betrieb die in Sachsen mit Melkrobotern arbeiten ist vor allem aus Gründen der Arbeitszeiteinspaarung und der Verbesserung der Arbeitsqualität angestiegen. Dabei hängt die Wirtschaftlichkeit von den Investitionskosten, der Höhe der Arbeitszeiteinsparung, der Höhe der Vergütung und der Verbesserung der tierischen Leistungen ab. Das fand das sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) bei der Untersuchung der "Nutzung Automatischer Melksysteme (AMS) in der sächsischen Milchproduktion" heraus.
 
Zum Jahresende 2012 melkten 37 Betriebe mit insgesamt 128 automatischen Melkboxen. Während 2010 ein Betrieb auf zwei Melkboxen kommt, waren es 2012 rund 3,5 Melkboxen pro Betrieb. Dadurch kann davon ausgegangen werden, dass auch zunehmend größere Betriebe auf Melkroboter gesetzt haben. Für 2013 wird ein weiterer Anstieg erwartet.

Arbeitszeiteinsparung abhängig von der Betriebsgröße

Besondere Beachtung verdient nach Ansicht des LfULG die zur Milchgewinnung notwendige Arbeitszeit unter Voraussetzung guter fachlicher Praxis. Diese liege bei gut ausgelasteten Melkrobotern bei sechs bis acht Arbeitskraftstunden je Kuh und Jahr, unabhängig von der Anzahl der Roboter. Im konventionellen Melksystem sinke sie größenabhängig von über 21 auf unter 13 Arbeitskraftstunden je Kuh und Jahr. Unter den gegenwärtigen Rahmenbedingungen in Sachsen seien in großen Betrieben konventionelle Melksysteme tendenziell wirtschaftlicher. Erst bei Arbeitgeberbruttolöhnen von über 20 Euro je Arbeitskraftstunde würde eine Kostengleichheit erreicht. Bei kleinen Betrieben mit 60 melkenden Kühen seien die Melkroboter kostenmäßig im Vorteil.

Eutergesundheit ist verbesserungsbedürftig

Allerdings stellte das LfULG auch fest, dass zwingender Handlungsbedarf für Maßnahmen zur Verbesserung der Eutergesundheit besteht. So sei im ersten Jahr nach der Umstellung die Milchleistung eingebrochen und die Zwischenkalbezeiten haben sich verschlechtert. Im zweiten Jahr nach der Umstellung konnte zwar die Milchleistung gesteigert, aber nicht die Eutergesundheit und Fruchtbarkeit erfolgreich verbessert werden. So ist nach Angaben vom LfULG ein intensives Augenmerk auf die Verbesserung der gesundheitlichen Tierbetreuung, der Fütterung, Haltungshygiene und Klauenpflege zu richten, um die genetischen Leistungsreserven zu erschließen.

Wirtschaftlichkeit ist noch schwierig zu beurteilen

Hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit sind Melkroboter laut Auskunft des LfULG derzeit noch als schwierig zu beurteilen. Die Gesamtkosten haben um mindestens 1,5 Cent je Kilogramm verkaufter Milch höher gelegen als im Vergleich zu konventionellen Melksystemen (Fischgrätenmelkstand). Entscheidende Kostenfaktoren waren die höheren Investitionskosten in die Melktechnik. Damit verbunden waren die gestiegenen Kosten für Unterhaltung (trotz relativ neuer Technik) und Abschreibung (bei zehnjähriger Nutzungsdauer) der Melktechnik.

Arbeitszeit und -qualität als wichtigste Entscheidungskriterien

Entscheidungskriterien für die Melkroboter sind nach Erkenntnissen der Studie nicht in erster Linie die wirtschaftlichen Kennzahlen, sondern andere unternehmerische Ziele. Im Rahmen des Vorhabens wurden Betriebsleiter bezüglich ihrer Gründe zur Umstellung auf AMS befragt. Häufigste Antworten waren nach Auskunft des LfULG die Einsparung von Arbeitszeit und die Verbesserung der Arbeitsqualität. In den Familienbetrieben wurde die flexibel gestaltbare Arbeitszeit geschätzt. Die Lohnarbeitsbetriebe gaben die Verbesserung der Arbeitsbedingungen beim Melken an. Die Unternehmer gehen davon aus, dass für die monotone und anstrengende Melkarbeit im konventionellen Melkstand perspektivisch weniger Personal zur Verfügung steht, weil ein Mangel an Fachkräften erwartet wird.

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