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Milchproduktion

Schaber: Mengenregulierung ist keine Planwirtschaft

von , am
17.12.2009

Berlin - Nach Ansicht des BDM-Vorsitzenden Romuald Schaber ist die Situation auf dem Milchmarkt in den letzten Monate ein Lehrbeispiel für den freien Markt gewesen. Bei einem Fachgespräch in Berlin erneuerte er seine Kritik an DBV und MIV.

"Was Herr Heuser hier vom Stapel lässt, ist schon allerhand", erklärte Schaber im Rahmen eines Fachgesprächs mit dem Thema "Milchmarkt - Wege aus der Krise der Milchbauern", zu dem die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen am Montag in Berlin geladen hatte. Wenn die Milchbauern Mengen steuern wollten, sei es Planwirtschaft, wenn es die Molkereiwirtschaft macht, dann sei es plötzlich Markt, attackierte Schaber den anwesenden Hauptgeschäftsführer des Milchindustrieverbandes (MIV), Eckhard Heuser und DBV-Milchreferent Dr. Rudolf Schmidt.

Die Bauern seien das "schwächste Glied" in der gesamtem Kette. "Wir haben als Erzeuger keinen Marktzugang mehr", bemängelte Schaber. Vor einigen Jahren konnten Erzeugergemeinschaften aus Bayern Jahresverträge mit Molkereien abschließen. "Seit 18 Monaten bekommen wir hinterher, auch von Privatmolkereien, gesagt, was sie bezahlen", beschrieb der BDM-Vorsitzende die aktuelle Situation. Es werde ein Preis genannt, den die Erzeuger zu akzeptieren hätten. Jede erfolgreiche Firma müsse Produktionsplanung machen. Die jetzige Situation dürfe man nicht der Quote anlasten. "Ich sehe für die Bauern nicht die geringste Möglichkeit. Das Einzige wäre, sich zusammenzuschließen", erklärte Schaber. Deshalb habe man ein Milchboard auf den Weg gebracht.

Klare Aussage der Grünen-Fraktionschefin

Bei dem Fachgespräch bezeichnete die Grünen-Fraktionschefin Renate Künast den Milchquotenausstieg als nicht mehr umkehrbar. Als Begründung führte sie die klaren Mehrheitsverhältnisse in der EU an, die deutlich für einen Ausstieg aus der Milchquotenregelung im Jahr 2015 sprechen. (jg)


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