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Klauenpflege

Schadensersatzpflicht nach Klauenbehandlung

Kuh-Klaue
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Jana Semenow, agrarheute
am
24.01.2018

Vor dem Amtsgericht Erding stritten zwei Parteien über Schadensersatzansprüche wegen angeblich mangelhafter Klauenpflege. Nun hat das Gericht eine Entscheidung gefällt.

Nach einer Klauenbehandlung bei zwei Kühen im Oktober 2016 klagte eine Rinderhalterin aus Dorfen im Landkreis Erding auf Schadensersatz. Ein Mitarbeiter des angeklagten Dienstleisters für Klauenpflege hatte die Behandlung bei den Tieren durchgeführt. Danach habe nach Angaben der Klägerin eines der Tiere an starken Schmerzen gelitten, weil bei der Pflege zu viel von der Klaue entfernt worden sei. Der hinzugezogene Tierarzt habe bei dem Rind keine Alternative zur Notschlachtung gesehen. Infolgedessen sei das Fleisch der Kuh unbrauchbar gewesen, woraufhin die Tierhalterin keinen Erlös mehr für das Tier erhalten habe.

Auch bei dem zweiten Rind sei es unmittelbar nach der Behandlung durch den Klauenpfleger zu erheblichen Schmerzen gekommen, wodurch die Milchproduktion geringer ausfiel. Jedoch konnte es durch die tierärztliche Behandlung geheilt werden.

Tierhalterin klagt auf 3.000 Euro Schadensersatz

Die Landwirtin klagte insgesamt auf eine Schadensersatzhöhe von 3.000 Euro. Neben dem Kaufpreis für eine neue Kuh als Ersatz für die Notschlachtung, die Tierarztkosten und den Milchausfall betrugen die Kosten 2.300 Euro. Hinzu kamen noch die Behandlungskosten des zweiten Tieres mit etwa 700 Euro.

Die Angeklagten lehnten die Schadensersatzleistung zunächst mit der Begründung ab, ihr Mitarbeiter habe die Klauenpflege ordnungsgemäß durchgeführt. Sie führten die Schädigungen der Klauen auf längere Missstände in der Haltung zurück. Auch die Höhe der einzelnen Schadenspositionen seien ihrer Meinung nach nicht gerechtfertigt gewesen. Es habe sich beispielsweise um den Kaufpreis für ein junges, leistungsfähiges Tier gehandelt, was nicht dem Zustand der notgeschlachteten Kuh entsprochen habe.

Keine eindeutige Beweislast

Trotz der ausführlichen Beweisaufnahme blieb die Frage der Schadensursache ungeklärt. Es konnte nicht eindeutig geklärt werden, ob die Klauenpflege die Ursache für die Befunde war, die der Tierarzt bei den Kühen feststellte. Das Gericht schlug beiden Parteien daher eine Einigung vor. Die Klägerin soll eine Zahlung in Höhe von 1.000 Euro erhalten. Dies entspreche in etwa 1/3 des geltend gemachten Schadens und trage dem Beweisrisiko der Klägerin bei. In diesem Zusammenhang wies das Gericht daraufhin, dass nur ein teures veterinärmedizinisches Gutachten die Beweislast in Falle eines Urteils klären könne.

Beide Parteien akzeptierten den Vorschlag des Gerichts und vermieden so das Risiko, im Falle einer Niederlage im Gerichtsverfahren mit hohen Prozesskosten belastet zu werden.

Mit Material von www.ed-live.de
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