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Folgen der Milchkrise

Schicksalsbericht: "Alle Kühe sind weg"

Maren Diersing-Espenhorst, dlz agrarmagazin
am
01.03.2017

Maren Diersing-Espenhorst vom dlz agrarmagazin beschreibt in ihrem Editorial, wie emotional ihre Familie die Aufgabe der Milchviehaltung erlebt hat.

dlz Redakteurin Maren Diersing Espenhorst

Liebe Leserinnen & Leser, vor ein paar Tagen kamen mir die Tränen – wortwörtlich. Ich habe geweint! Und so ging es auch einigen meiner Familienmitglieder. Denn innerhalb von wenigen Stunden haben alle Kühe die Ställe des Betriebs meines Bruders verlassen. Sie sind weg! Gott sei Dank, gingen sie nicht zum Schlachthof, sondern werden auf anderen Milchviehbetrieben weiter gemolken.

Betriebszweig Milchviehhaltung wird geschlossen

Es ist der traurige Abschluss eines niederschmetternden Jahres. Der miserable Milchpreis war nur noch der Tropfen, der den Kühltank zum Überlaufen brachte. Langfristig war die Arbeitsbelastung nicht mehr tragbar, die durch die veraltete Haltungs- und Melktechnik nur noch weiter zugespitzt wurde.

Ein Neu- oder Umbau der Ställe wäre unser aller Wunsch gewesen – nur leider nicht der unseres Landkreises. Die Genehmigungsverfahren dazu laufen seit Jahren und haben bereits Unsummen gekostet – ohne meinen Bruder auch nur in die Nähe eines neuen Stalls zu bringen. Also wurde dieser Betriebszweig schweren Herzens geschlossen und ein Mitarbeiter wird wahrscheinlich gehen müssen.

Färsenmast als Alternative?

Nun stellt sich die Frage nach der zukünftigen Nutzung der frei gewordenen Ressourcen. Neben Ackerbau ist Bullenmast schon immer ein Standbein des Hofs. Also liegt es nahe, die Mast auszuweiten und den Stall entsprechend umzubauen. Diesen Gedanken haben auch viele andere Betriebe, die aus der Milchviehhaltung ausscheiden.

Ob es der richtige Schritt ist? Ich weiß es nicht. Neben den Ställen besteht dadurch die Möglichkeit, das Grünland weiterhin zu einem gewissen Anteil zu nutzen. Das Risiko, dass der Markt mit Rindfleisch überschwemmt wird, ist aber nicht zu unterschätzen. Eine Alternative wäre die Färsenmast. Leider sind die Zunahmen gering und es gibt keinen guten Markt für diese Tiere in Deutschland.

Mutterkuhhaltung als Alternative?

Eine weitere Überlegung betrifft die Mutterkuhhaltung. Sie ist wiederum mit einigem Arbeitsaufwand verbunden. Allerdings könnten die hofnahen Weideflächen gut genutzt werden. Wie Sie sehen, überlegen wir derzeit in viele Richtungen.

Aus dieser ganzen Misere nehme ich aber zwei wichtige Dinge für mich mit. Erstens: Die gesamte Familie hängt am Hof und steht fest zusammen, wenn es hart auf hart kommt. Und das Zweite ist eine Binsenweisheit, die mir dennoch Hoffnung gibt: Was auch passiert, es geht immer irgendwie weiter!

Die 15 meistzugelassenen Traktoren in 2016

Fendt 724 Vario
Fendt 516 Vario
Fendt 313 Vario
John Deere 6215R
Fendt 718 Vario
Deutz-Fahr 6160P
Claas Arion 650
John Deere 6155R
John Deere 5055E
John Deere Gator XUV 855D
John Deere 1026R
Kubota BX2350
Kubota B2420
Fendt 828 Vario
Deutz-Fahr 5070D
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