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Schlachthof

Schlachthofmitarbeiter an Tuberkulose erkrankt

Schlachthofmitarbeiter
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Wiebke Herrmann, agrarheute
am
14.12.2018

In einem Schlachthof im Landkreis Cloppenburg sind mehrere Mitarbeiter an Tuberkulose erkrankt.

In einem Schlachthof der Vion Food Group in Emstek im Landkreis Cloppenburg sind drei Mitarbeiter an Tuberkulose (TBC) erkrankt. Einer der drei betroffenen Patienten sei nach Angaben des Landkreises bereits gestorben. Nach NDR-Berichten hätten sich die Betroffenen  nicht gegenseitig infiziert. Dafür spreche, dass alle unterschiedliche Bakterienstämme hatten. Wo sich die Erkrankten infiziert haben, sei unklar, berichtet der NDR weiter. 

Von dem im Betrieb verarbeiteten Fleisch gehe aber nach derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnissen kein Infektionsrisiko aus, da sich der Erreger über die Luft direkt von Mensch zu Mensch übertrage, erklärt die Behörde. Der Schlachtbetrieb habe zur Verbesserung der allgemeinen Hygienesituation und zur Erhöhung der Produktsicherheit das Tragen von sogenannten Astrohauben, bestehend aus Kopfbedeckung und Mundschutz, vorgeschrieben.

TBC ist eine weltweit verbreitete, ansteckende und in Deutschland meldepflichtige Erkrankung. Die Lungentuberkulose ist die häufigste Form der TBC und wird durch eine Tröpfcheninfektion übertragen. Bei einer offenen Lungentuberkulose scheiden Erkrankte die Erreger vor allem beim Husten und Niesen aus. Dabei gelangen feinste erregerhaltige Tröpfchenkerne in die Luft und können anschließend von anderen Menschen eingeatmet werden. Tuberkulose ist jedoch nicht hochansteckend.

96 weitere Personen untersucht

Die drei Fälle der im Landkreis Cloppenburg erkrankten Personen wurden im September und Oktober gemeldet. Nach Angaben des Landkreises wurden umgehend entsprechende Umgebungsuntersuchungen eingeleitet. Es wurden dabei 96 Kontaktpersonen der Erkrankten getestet, 55 Personen erhielten davon einen positiven Befund. Ein positives Testergebnis zeigt dabei eine Reaktion des Immunsystems an. Es bedeute aber nicht zwangsläufig, dass eine aktive oder ansteckende Tuberkulose vorliegt, betont der Landkreis. Es seien weitere Untersuchungen notwendig, um eine aktive Tuberkulose auszuschließen.

Im Jahr 2017 hatte das niedersächsische Landesgesundheitsamt landesweit 348 Tuberkulosefälle registriert.

Mit Material von Landkreis Cloppenburg / NDR.de
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