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Tierschutz

Schleswig-Holstein stoppt Tiertransporte

Rinder auf einem Anhänger
am
18.02.2019

Mehrere Kreise in Schleswig-Holstein erlauben vorerst keine Tiertransporte außerhalb der EU. Mehr dazu erfahren Sie hier.

Vorrübergehend werden keine Tiertransporte von Nutz- und Zuchttieren in bestimmte Staaten außerhalb der Europäischen Union mehr genehmigt, wie der Kreis Rendsburg-Eckernförde vergangene Woche mitteilte.

Von dem Exportverbot sind folgende Länder betroffen: Türkei, Jemen, Libanon, Marokko, Algerien, Ägypten, Aserbaidschan, Syrien, Jordanien, Kasachstan, Kirgisistan,Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan.

Tiertransporte innerhalb Deutschlands oder innerhalb der EU seien davon nicht betroffen.

Hintergrund für den Verbot von Tiertransporten

Hintergrund für diese Entscheidung sind Informationen, die der Veterinärbehörde des Kreises aufgrund von Berichterstattungen und fachlichen Stellungnahmen vorliegen. Nach Ihren Erkenntnissen kann nicht durchgängig gewährleistet werden, dass der Tiertransport von Nutz- und Zuchttieren den Vorgaben des EU-Tierschutzrechts entspricht. Zudem werden in den betroffenen Ländern andere Praktiken während der Schlachtung ausgebübt. Diese fügen den  Tieren länger anhaltende oder sich wiederholende erhebliche Schmerzen und Leiden zu. Nach Angaben des Kreises ist das nicht mit den europäischen Vorstellungen von Tierschutz vereinbar. Wie agrarheute bereits letzte Woche berichtete fordert das EU-Parlament Tiertransporte in Drittländer zu stoppen, wenn sie nicht den EU-Standards entsprechen.

„Mir ist wichtig, dass meine Behörde rechtssicher handelt“, so Landrat Dr. Schwemer. „Ein Weiterso kann unter diesen Umständen vorerst nicht erfolgen. Zumal nach einschlägigen Publikationen nicht ausgeschlossen werden kann, dass sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Veterinärbehörde strafbar machen, wenn sie in Kenntnis der Transport-, Haltungs- und Schlachtbedingungen Genehmigungen zum Tiertransport erteilen.“

Transportverbot für einen begrenzten Zeitraum

Die Entscheidung, die Abfertigungen der Transporte auszusetzen, gilt zunächst für zwei Wochen. Dieser Zeitraum soll dazu genutzt werden, gemeinsam mit der Fachaufsicht im Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung des Landes Schleswig-Holstein den Sachverhalt abschließend zu prüfen und eine Entscheidung zu treffen. „Mir ist bewusst, dass es hier einer einheitlichen Regelung für ganz Schleswig-Holstein bedarf. Deshalb setze ich darauf, dass das Ministerium sich der Angelegenheit annimmt und eine verbindliche Aussage für die Veterinärämter trifft“, so Landrat Dr. Schwemer in einer Presseinformation.

Mit Material von Kreis Rendsburg-Eckernförde
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