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Haltung und Mast

Schleswig-Holstein verstärkt Anstrengungen gegen BHV1

von , am
09.12.2013

Kiel - Die Rinderbestände in Schleswig-Holstein sollen bis 2017 komplett frei von Infektionen mit dem Bovinen Herpesvirus Typ 1 (BHV1) sein.

Niedersachsen will von der EU als BHV1-freie Region anerkannt werden. Deshalb tritt ab heute, 1. November, eine neue Verordnung in Kraft. © landpixel
Wie das Kieler Landwirtschaftsministerium am vergangenen Mittwoch (4.12.) mitteilte, wird deshalb im kommenden Jahr die Endphase des Sanierungsverfahrens eingeleitet. Dafür wird die Landesverordnung zu BHV1 geändert und ein umfangreiches Maßnahmenpaket zur Anwendung gebracht.
 
So wird es ab dem 1. Juli 2014 ein Weideverbot für Tiere aus nicht BHV1-freien Betrieben geben; gleichzeitig dürfen infizierte Kühe, sogenannte Reagenten, nicht mehr belegt werden. Ferner wird ab dem 1. November die Impfung von Tieren verboten, was für die 2017 angestrebte Anerkennung als BHV1-freie Region Voraussetzung ist. Spätestens ab November 2014 wird den Rinderhaltern zudem untersagt, belastete Tiere einzustallen, und bis zum 1. Juli 2015 müssen die letzten Reagenten aus den Beständen entfernt werden. Ausnahmen von diesen Regeln werden laut Ministerium nur in Einzelfällen und nach Genehmigung durch das zuständige Veterinäramt möglich sein.

Tierseuchenfonds soll bei BHV1 helfen

Das Agrarressort kündigte zudem an, dass der Tierseuchenfonds eine Beihilfe auflegen wird, um Betriebe mit einem unverschuldeten BHV1-Einbruch bei der zügigen Sanierung und Wiedererlangung der BHV1-Freiheit zu unterstützen. Voll beihilfeberechtigt sollen aber nur Unternehmen sein, die bis zum 15. Januar 2014 BHV1-frei sind. Betriebe, die dies erst bis zum 30. Juni 2014 schaffen, können nur die halbe Beihilfe erhalten.
 
Bei BHV1 handelt es sich um eine ansteckende Viruserkrankung der Rinder, die anzeigenpflichtig ist. Symptome der fürMenschen ungefährlichen Erkrankung sind unter anderem Fieber, Fehlgeburten und geringere Milchleistung. Bereits Ende des letzten Jahrtausends wurde in Deutschland mit Sanierungsmaßnahmen begonnen, damit die Rinderbestände frei von BHV1 werden. Nur dieser Freiheitsstatus gewährt zukünftig das Recht des uneingeschränkten Handels mit Zucht- und Nutzvieh in Deutschland und mit den BHV-1 freien Mitgliedstaaten in der EU. Ende August 2013 waren in Schleswig-Holstein bereits 86 % der Milchvieh- und Mutterkuhbetriebe BHV1-frei; dennoch belegte das Bundesland damit bundesweit den letzten Platz.
 
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