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Haltung und Mast

Schmallenberg-Virus in Bayern und Mecklenburg-Vorpommern

von , am
06.02.2012

Das Schmallenberg-Virus hat Bayern erreicht. Der Krankheitserreger wurde in einem toten Lamm nachgewiesen. Auch in Mecklenburg-Vorpommern ist das Virus angekommen.

In Rheinland Pfalz wurde ein neuer Fall des Schmallenberg-Virus entdeckt © landpixel
Wie das Landratsamt Main-Spessart am Donnerstag mitteilte, wurde die Infektion bei einer Schafherde in Gemünden offiziell bestätigt. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen habe in Organen eines toten Lamms den Krankheitserreger gefunden. Darüber hinaus gibt es in Unterfranken zwei weitere Verdachtsfälle. Die Ergebnisse der Untersuchungen erwartet das Landratsamt in Karlstadt in den kommenden Tagen.
 
Nach der Ausbreitung des im Sommer 2011 entdeckten Schmallenberg-Virus in Europa hatten Bayerns Behörden vor knapp einer Woche eine großangelegte Überwachungsaktion gestartet. Deutschlandweit sind nach Angaben des Friedrich-Löffler-Institutes vom Donnerstag Tiere aus 240 Betrieben betroffen, darunter vor allem Schafe.

Infiziertes Ziegenlamm in Mecklenburg-Vorpommern

Das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern hat in einem tot geborenen Ziegenlamm den Erreger nachgewiesen. Eine Bestätigung durch das Friedrich-Loeffler-Institut steht noch aus. Bislang sind 256 bestätigte Fälle und 224 Verdachtsfälle in Deutschland gemeldet worden. "Ich beobachte die Ausbreitung der Krankheit seit einigen Wochen mit großer Sorge", sagt Landwirtschaftsminister Till Backhaus. "Zu befürchten ist, dass möglicherweise in einigen Wochen auch bei Rindern Fehlgeburten auftreten können".
 
Impfstoff in Arbeit
 
Das Friedrich-Loeffler-Institut arbeitet international mit anderen Einrichtungen an der Entwicklung eines Impfstoffes und prüft zugleich, ob verfügbare Impfstoffe gegen die Akabane-Krankheit, die in Australien, Asien und Afrika bekannt ist, auch gegen die Schmallenberg-Krankheit eingesetzt werden könnten. "Die kommenden Monate werden für unsere Tierhalter nicht einfach, weil die Ausbreitung der Seuche so rasch erfolgt und ein Impfstoff gegen das Schmallenberg-Virus derzeit nicht verfügbar ist", so Dr. Backhaus. "Allzu große Hoffnungen auf eine schnelle Lösung in 2012 will ich deshalb nicht erwecken." Für Menschen besteht nach derzeitigem Kenntnisstand kein Erkrankungsrisiko.

Aufklärungsvideo der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover

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