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Eutergesundheit

Schnelltest hilft Antibiotika einzusparen

Holstein Kühe am Fressgitter
Professor Dr. Volker Krömker
am
09.08.2017

Ob eine euterkranke Kuh mit Antibiotika behandelt werden muss, hängt davon ab, wie schwer sie erkrankt ist und welcher Erreger dafür verantwortlich ist. Ein neuer Schnelltest gibt nach zwölf Stunden eine Entscheidungshilfe.

Aufgrund zunehmender Erkrankungen beim Menschen mit resistenten Bakterien wird seit einigen Jahren versucht, sowohl beim Menschen als auch beim Tier die Menge eingesetzter antibiotischer Dosen zu verringern. Dies gelingt, wenn mit Hilfe von modernen Untersuchungsmethoden schneller und genauer als zuvor entschieden werden kann, ob der Einsatz von Antibiotika erforderlich ist. Euterentzündungen bei Milchkühen werden meist mit Antibiotika behandelt, doch in vielen Fällen könnte darauf verzichtet werden.

Wann Antibiotikagabe nicht angezeigt ist

Bei etwa einem Drittel aller Euterentzündungen lässt sich kein Wachstum von Bakterien nachweisen. In diesen Fällen kann man dann auf den Einsatz von Antibiotika risikolos verzichten. Ähnliches gilt für die lokale Anwendung von Eutertuben in der Milchdrüse bei sogenannten Gram-negativen Mikroorganismen wie Escherichia coli. Bei leichten oder mittleren Mastitiden mit diesen Erregern ist die lokale antibiotische Behandlung unnötig.

Je nach Betriebsstruktur und hygienischem Status sind rund 20 bis 30 Prozent der Euterentzündungen durch Erreger dieser Gruppe verursacht. Insgesamt lässt sich so der Einsatz an antibiotischen Dosen um die Hälfte vermindern. Voraussetzung hierfür ist das zeitnahe Erkennen und Einordnen der die Mastitiden verursachenden Bakterien in Gram-positiv und Gram-negativ. Hierzu benötigt man tiernahe Schnelltestsysteme. Der neue Test liefert nach 12 Stunden ein Ergebnis, mit dem man über die Therapie entscheiden kann.

Wie der Test funktioniert

Der Test ist keine klassische Erregerbestimmung aus Milchproben. Er dient nur zur therapeutischen Entscheidungsfindung und bestimmt im Rahmen einer Sterilitätsprüfung innerhalb von 12 Stunden,

  • ob überhaupt Bakterienwachstum vorhanden ist
  • und Gram-negative Bakterien
  • oder Gram-positive Bakterien vorhanden sind.

Der Test besteht aus zwei kleinen Röhrchen (1 x weißer Deckel, 1 x gelber Deckel), in die jeweils 100 Mikroliter (Pipette anbei) der Milchprobe gegeben werden. Danach werden die Röhrchen verschlossen, geschwenkt und in den Brutschrank (37 °C) gestellt. Nach 12 Stunden wird das Ergebnis abgelesen. Eine Verfärbung von rosa zu weiß weist auf bakterielles Wachstum hin.

Für wen sich der Test eignet

Der Test eignet sich für Milchviehbetriebe, die bereit sind, ein wenig Aufwand zu betreiben, um ihre Kühe zielgerichtet zu behandeln und dabei antibiotische Dosen zu sparen. Der Test ersetzt nicht die klassische Untersuchung von Milchproben auf die verursachenden Erreger und die Zellzahl. Das ist weiterhin nötig, um die richtigen Entscheidungen zur Infektionsabwehr zu treffen und um die Resistenzentwicklung im Betrieb beurteilen zu können. Es müssen saubere Milchproben entnommen werden und Infektionen mit Hefen und/oder Prototheken sollten im Betrieb keine Rolle spielen.

Weitere Informationen zum Vorgehen erhalten sie unter www.msd-tiergesundheit.de/euterfit.aspx

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