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Milchproduktion

Schweden: Einzelhandel kauft Arla-Molkerei

von , am
06.07.2012

Stockholm - Die Molkereigenossenschaft Arla verkauft in Schweden ein Frischmilchwerk, und zwar ausgerechnet an eine Einzelhandelskette.

Arla investiert 2014 rund 300 Miollionen Euro in bestehende Molkereien. © Werkbild
Es ist die nächste Stufe im Kampf um den Trinkmilchmarkt: In Schweden steigt die Einzelhandelskette Coop selbst in die Milchverarbeitung ein. Sie kauft das Arla-Werk Grådö bei Hedemora, knapp 200 Kilometer nordwestlich von Stockholm. Diesen Standort musste Arla verkaufen. Das hatte die schwedische Wettbewerbsbehörde zur Auflage gemacht, als sie die Fusion von Arla mit der Genossenschaft Milko im Oktober 2011 genehmigte.

Einzelhandelskette will Sortiment erweitern

Coop will in dem Werk ab Oktober zunächst frische Milchprodukte für die Eigenmarke Änglamark produzieren. Langfristig soll ein breites Sortiment von konventionellen und ökologischen Milcherzeugnissen aufgebaut werden. Zurzeit wirbt das Einzelhandelsunternehmen unter den schwedischen Milcherzeugern um Lieferanten. Sie sollen ein langfristiges, attraktives Angebot erhalten. Coop geht davon aus, durch die vertikale Integration einen guten Erzeugerpreis und zugleich günstige Verbraucherpreise bieten zu können.

Neue Zukunft für die Molkerei

Das Werk Grådö wurde von Arla vor dem Verkauf von einer Jahreskapazität von 120 Millionen Kilogramm Frischeprodukte auf 50 Mio. kg verkleinert. Coop will einen Teil der entlassenen Belegschaft wiedereinstellen. Der Anteil an Eigenmarken am Sortiment der Weißen Linie soll gesteigert werden. Die schwedische Kartellbehörde genehmigte den Verkauf an Coop, eine der größten Lebensmitteleinzelhandelsketten im Land. Der Deal war von einem unabhängigen Treuhänder nach einem Bieterverfahren vorgeschlagen worden. Zuvor hatte Arla vier Monate lang selbst vergebens nach einem Käufer gesucht.
 
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