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Milchproduktion

Schweden will Milchkuhprämie einführen

von , am
29.05.2013

Stockholm - Seit zehn Jahren läuft die schwedische Milchproduktion auf Schrumpfkurs. Jetzt will die Regierung mit einem neuem Förderprogramm den schwedischen Milchviehaltern unter die Arme greifen.

Milchkrise: Die Auszahlung von 70 Prozent der Direktzahlungen und 85 Prozent der ELER-Mittel zur Förderung des ländlichen Raums soll auf den 16. Oktober 2015 vorgezogen werden. © Marco Barnebeck(Telemarco)/pixelio.de
Schwedens Landwirtschaftsminister Eskil Erlandsson kündigte vergangene Woche im schwedischen Fernsehen eine neue Tierprämie für Milchkühe an. Laut Erlandsson müssen die Milcherzeuger in dem skandinavischen Land wegen hoher Umweltauflagen und strenger Tierschutzgesetze deutliche Wettbewerbsnachteile gegenüber Konkurrenten aus anderen Ländern hinnehmen. Nicht zuletzt aus diesem Grund existierten heute nur noch halb so viele Milchviehbetriebe wie 2003.
 
Gleichzeitig sei die Abhängigkeit von Importen in diesem Zeitraum drastisch angestiegen, obwohl die Verbraucher in Umfragen heimische Waren bevorzugten, monierte der Minister. Deshalb bestehe Handlungsbedarf, zumal in manchen Regionen wegen fehlender Rinderhaltung bereits der Erhalt von Wiesen und Weiden in Gefahr gerate.
 

Einführung ab 2014

Die Milchkuhprämie soll nach Vorstellungen des Ministers bis zu 1.500 Schwedische Kronen (175,54 Euro) pro Tier betragen und aus dem Topf der EU-Agrarzahlungen finanziert werden; dabei dürfte es sich um eine Art gekoppelter Zahlung in der Ersten Säule handeln, die ja in gewissem Umfang auch nach 2013 weiter möglich sein sollen. Da die Ausgestaltung dieses Fördermodells auch von den endgültigen Bedingungen der neuen Runde der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU abhängt, rechnet der Minister allerdings erst zu Beginn des nächsten Jahres mit der Einführung der Kuhprämie.
 
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