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Haltung und Mast

Schweiz: Mehr Heli-Einsätze für abstürzende Kühe

© rega
von , am
21.08.2014

Steile Abhänge, schroffe Felsen, Nässe: In den Bergen lauern Gefahren nicht immer nur für Wanderer. Über 1.000 Kälber, Rinder oder Kühe haben Helikopter in den Alpen in diesem Jahr bereits geborgen.

Um die 1.000 Rinder, Kühe, Kälber und Pferde transportiert die Schweizerische Rettungsflugwacht Rega pro Jahr. © rega
Ein nasser Hang, ein falscher Tritt und schon beginnt die gefährliche - und oftmals tödlich endende - Rutschpartie für Rinder und vereinzelt auch für Pferde in den Bergen. In diesem Sommer waren es den Medien zufolge besonders viele Tiere, die die schweizerische Rettungsflugwacht Rega aus den Bergen geflogen hat.
 
Waren es letztes Jahr 443 Einsätze für die Bergbauern, zählte die Rega diesen Sommer 35 Prozent mehr. Bis zum 15. August wurden die Helikopter bereits 597 Mal alarmiert. Bei den Einsätzen flog die Rega rund 1.100 Tiere aus. Für über die Hälfte dieser Tiere gab es jedoch keine Rettung, 670 Tiere seien laut Medien verstorben.

Nur leicht verletzte Tiere werden lebend geflogen

Die Rega fliegt ihren Angaben zufolge lebend nur leicht verletzte, noch stehende Tiere verstiegene und kranke Tiere. Stark verletzte, abgestürzte oder tote Kühe aus unwegsamem Gelände werden bis zur nächsten mit einem Fahrzeug erreichbaren Stelle geflogen. Es kommt auch vor, dass ein Tierarzt das Tier vor Ort nottöten muss.
 
Für die Rettung beauftragt die Rega kommerzielle Helikopter-Transportunternehmen. Im Rahmen der Bergbauernhilfe können Alphirten, Sennen und Bergbauern ihre Hilfe beanspruchen. Eine Familiengönnerschaft der Rega kostet 70 Franken und deckt nicht nur Frau und Kinder sondern jedes einzelne Tier ab. "Die Familiengönnerschaft behandelt das Rindvieh wie Familienmitglieder", heißt es bei der Rega auf der Homepage.

Zehn Prozent der Einsätze für Vierbeiner

Eine Mitgliedschaft ist sicher in einem nassen Sommer, wie er in diesem Jahr laut Medien in der Schweiz ist, gut. Wie die Rega berichtet, ist die Zeit der Alpsömmerung die Zeit der Rinder. Rund zehn Prozent der Einsätze entfallen auf Großvieh. Seit Jahrzehnten arbeiten die Schweizer Berghilfe und Rega eng zusammen und übernehmen im Alpsommer gemeinsam die Organisation und Durchführung der Heli-Transporte von verletzten oder toten Tieren aus den Alpgebieten. Diese Einsätze für Kälber, Rinder oder Kühe haben einen speziellen Namen. Regaintern werden sie "Contadino" genannt. Das ist Italienisch und heißt übersetzt Landwirt.
 
Tierarzt, Futter, Tiere per Heli

Das Spektrum der Einsätze sei dabei ebenso vielfältig wie dasjenige der normalen Rega-Einsätze, berichtet die Schweizerische Rettungsflugwacht. Am häufigsten müssten kranke oder tote Tiere geborgen werden. Die Helis fliegen sie dann zur nächsten befahrbaren Strasse. Der Weitertransport erfolgt per Fahrzeug.
 
Es kann aber auch sein, dass ein Tierarzt im Helikopter auf die Alp geflogen wird, ein andermal wird Futter durch die Lüfte zu von der Umwelt abgetrennten Gebieten transportiert. Das könnte auch in diesem Jahr einge Male passieren. Wie der Landwirtschaftliches Informationsdienst berichtet, wuchs das Gras auf den Alpen zwar gut. Doch in einigen Regionen wird das Futter in diesem Sommer trotzdem knapp, da durch die Trittschäden auf nassem Boden das Gras zertrampelt wird.
 
In der Einsatzzentrale der Rega ist für diese Tierflüge während der Alpsaison ein eigenes Büro zuständig, das über die spezielle Rega-Alarmnummer 058654 - 3940 zu erreichen ist.

4. Bayerische Jungzüchtertierschau

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