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Milchproduktion

Schweizer Landwirte verschütten Milch

von , am
02.06.2010

Bern - Rund 130 Landwirte haben im Baselbiet und in der Waadt Milch auf die Felder ausgebracht und damit gegen die derzeit tiefen Milchpreise protestiert.

Dazu aufgerufen hatte die Bauernorganisation Uniterre. Mit diesem symbolischen Akt wollten die Landwirte ein Zeichen setzen: Die Branchenorganisation Milch (BOM) habe bislang nichts unternommen, um der voraussehbaren Überproduktion und dem wachsenden Butterberg entgegenzuwirken, schreibt Uniterre in einer Medienmitteilung.

In den Beschlüssen der BOM widerspiegle sich einzig die Sicht der Milchindustrie. Die Leidtragenden seien die Bauern, die aufgrund der zu großen Milchmengen auf dem Markt einen Preis erhielten, der die Produktionskosten nicht decke. Zwar werde der Markt aufgrund des beschlossenen Exports von 3.000 Tonnen Butter kurzfristig entlastet, das Problem der Überproduktion bleibe aber ungelöst. Denn die Bauern seien heute verpflichtet, die vertraglich vereinbarte Menge Milch partout abzuliefern, auch wenn der Markt bereits gesättigt sei.

Bauernorganisation fordert Verlagerung der Mengensteuerung

Uniterre fordert deshalb ein Ende dieser Praxis und eine Verlagerung der Mengensteuerung von der BOM zu den Produzenten. Darüber hinaus soll den Bauern der existenzsichernde Preis von einem Franken pro Liter Milch gezahlt werden. (lid)

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