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Milchviehfütterung

Selen als Gesundheitsschlüssel

Grasschnitt
am Freitag, 25.01.2019 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Selen spielt eine wichtige Rolle für die Körperabwehr. Damit es wirkt, muss es in verfügbarer Form gefüttert werden. Das ist nicht immer einfach, aber mit ein paar Tipps möglich.

Im Abwehrsystem des tierischen Organismus gegen schädliche Oxidanzien und freien Radikalen nimmt Selen (Se) eine zentrale Rolle ein. Der Immunstatus einer Herde hängt damit direkt zusammen. Untersuchungen des Selen-Versorgungsgrads von Milchviehherden zeigen, dass der Gehalt in Mischrationen teilweise erheblich über den maximalen Empfehlungen liegt. Gleichzeitig unterschreiten die Werte im Stoffwechsel einiger Milchkühe die Grenzwerte deutlich.
Proben weisen in den nordwestlichen Bundesländern bei 24,8 Prozent der untersuchten Tiere eine Unterversorgung auf. Im Nordosten waren es 10,9 Prozent, im Südwesten 29,6 Prozent und in Bayern 23,4 Prozent. Selen ist in Blutplasma oder -serum und pigmentiertem Haar sicher nachzuweisen. Die Empfehlung: zweimal pro Jahr eine Gruppe laktierender Kühe ohne klinische Erscheinungen untersuchen. Der Gehalt an Selen in den Futtermitteln kann erheblich schwanken.

Selengehalt im Futter beeinflussen

Die größten Schwankungen zeigen sich naturgemäß in den Grobfuttermitteln. Hier ist festzustellen, dass der Gehalt an Selen in den letzten drei Jahrzehnten durch steigende Erträge zurückgegangen ist.
Wie hoch der Gehalt im Futter tatsächlich ist, hängt von vielen Faktoren ab. Sie beeinflussen nicht nur den Gehalt, sondern auch inwieweit das Selen durch die Tiere absorbiert werden kann. Besonders bei sauren Böden und anmoorigen Standorten besteht ein Risiko für Selenmangel. Mangel ist außerdem vor allem bei Rationen mit hohen Anteilen an Maissilagen, Zuckerrübenprodukten, Stroh und Getreide zu befürchten.

Organisch oder anorganisch füttern?

Ausgleichen lässt sich der Mangel mit selenhaltigen Verbindungen. Anorganische Selenverbindungen können zu 30 bis 80 Prozent absorbiert werden. Alternativen dazu sind Lebendhefen. Sie sind sehr gut absorbierbar (80 bis 100 Prozent), können Körperreserven bilden und gehen direkt in Kolostrum und Fötus über. Ihr Nachteil ist der hohe Preis.
Seit einigen Jahren ist ein pansengeschütztes Natriumselenit auf dem Markt, das in eine Fettmatrix eingebettet ist und günstige Absorptionsraten gewährleistet. Bei Mangel an Selen (Blut- oder Deckhaaruntersuchung) empfiehlt es sich, die Menge an anorganischem Selen nicht über 40 mg/kg Mineralfutter zu erhöhen. Besser ist es, die Menge teilweise oder vollständig durch ein pansengeschütztes Produkt zu ersetzen.

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