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Blauzungenkrankheit

So hoch ist das Eintragsrisiko

pd/nc
am
08.12.2015

In mehreren EU-Ländern kursiert aktuell das Virus der Blauzungenkrankheit BTV 4. Im September 2015 trat in Frankreich das BTV-8 auf. Das Friedrich-Loeffler-Institut schätzt, wie hoch ein Eintragsrisiko nach Deutschland ist.

Die aktuelle Risikobewertung des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) zur Einschleppung der Blauzungenkrankheit bezieht Entwicklungen bei der Ausbreitung vom Serotyp 4 und die Ausbrüche durch den Serotyp 8 in Frankreich ein. Das FLI empfiehlt eine verstärkte Überwachung der Blauzungenkrankheit.

Wie das Institut weiter schreibt, breitet sich das in Südosteuropa kursierende Virus der Blauzungenkrankheit (BT) vom Serotyp 4 (BTV 4) im Vergleich zum Vorjahr langsamer weiter in Richtung Norden aus. Seit September 2014 berichtet auch Ungarn über BT-Ausbrüche mit dem gleichen Virusstamm, der auch in Griechenland und Rumänien kursiert.

Im November 2015 wurde erstmals seit sieben Jahren BT in Österreich festgestellt. Das Virus gehört ebenfalls dem Serotyp 4 an. Auch aus Slowenien wurde ein BT-Ausbruch in unmittelbarer Grenznähe zu Österreich gemeldet. Die 150 km-Restriktionszonen reichten derzeit laut FLI (Stand: 30. November) 80 km an die deutsche Grenze heran (vor einem Jahr betrug der Abstand noch 400 km). In Italien stellten die Behörden Infektionen mit BTV-4 fest, jedoch handelt es sich nicht um den gleichen Virustyp wie auf dem Balkan.

Im September 2015 trat in Frankreich erstmals seit 2010 wieder BTV-8 auf und verbreitete sich über ein großes Gebiet. Bislang wurden 90 Ausbrüche gemeldet. Die Restriktionszonen reichten derzeit bis auf 100 km an Deutschland heran.

Mögliche Eintragsswege der Blauzungenkrankheit

Ein Eintragsrisiko für BTV-4 und BTV-8 nach Deutschland besteht laut FLI

  • durch Ausbreitung lebender, infizierter Vektoren mit dem Wind
  • durch Einschleppung infizierter Vektoren durch den Handel und Verkehr 
  • durch  Handel mit empfänglichen Tieren, Sperma, Embryos und Eizellen

So hoch wird das Eintragsrisiko eingeschätzt

  • Auf Grund der schnellen Ausbreitung des Virus in Südosteuropa wird das Eintragsrisiko für die Ausbreitung durch lebende Vektoren in der kommenden Gnitzen-Saison als wahrscheinlich bis hoch eingeschätzt.
  • Das Eintragsrisiko über den Handel wird aufgrund der innergemeinschaftlichen Verbringung von Tieren aus betroffenen Gebieten in der Hochrisikoperiode als gering bis mäßig eingeschätzt.
  • Bei der Expositionsabschätzung wird das Risiko für den Eintrag durch belebte Vektoren als hoch eingeschätzt, für alle anderen Einschleppungsmöglichkeiten als gering.

Die Konsequenzabschätzung ergibt laut FLI ein hohes Risiko, da sowohl BTV-4 als auch BTV-8 auf eine ungeschützte Population treffen und zu schweren wirtschaftlichen Schäden und beträchtlichem Tierleid führen können.

Bei den Handlungsoptionen besteht neben den gesetzlich vorgegebenen Maßnahmen die Möglichkeit die Tiere zu impfen. Ein Impfprogramm könne laut FLI zu erheblichen Kosten führen und die Ausbreitung der Blauzungenkrankheit nur dann verhindern, wenn eine hohe Impfabdeckung erreicht werde.

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