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Klauengesundheit

So verbessern Sie die Klauengesundheit Ihrer Rinder

Messen der Klauenhärte
am Mittwoch, 22.08.2018 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Klauengesundheit ist entscheidend für die Leistung der Kühe. In dieser Serie erfahren Sie alles Wissenswerte rund um die Fundamente Ihrer Tiere.

Soll der Hornschuh einer Kuh durch Klauenbäder härter gemacht werden? Die Antwort lautet: Nein. Denn der Hornschuh schützt die sensible Lederhaut in den Zehenspitzen. Das gilt besonders beim Laufen auf harten Böden. Wird der Hornschuh härter – und damit spröder –, fehlt die nötige Geschmeidigkeit und die Folgen können fatal sein.

Sohlenhärte beim Rind

Die Wand des Hornschuhs wird aus dem Kronsaum herausgeschoben – ganz ähnlich dem menschlichen Fußnagel. Die Sohle entspricht der Hornhaut in unterschiedlichen Stärken. Diese beiden Bereiche werden über die Weiße Linie miteinander verzahnt.

Eine gesunde Sohle ist normalerweise ungefähr 5 mm dick und hat eine Härte von 30 bis 32 Shor-D. Die Wand ist mit 38 bis 42 Shor-D wesentlich härter. Beide Hornschuhbereiche beim Rind haben Regionen mit unterschiedlichen Härten. So sind die Bereiche am Kronsaum und am Ballen etwas weicher.

Die Lederhaut, die eine geringe Stärke von durchschnittlich nur 1,5 mm aufweist, wird so nicht gequetscht. Flexibilität ist also gefragt, damit keine Blutungen in der Haut entstehen, falls einmal auf einen härteren Gegenstand getreten wird. Bei Rindern, die im Sommer bei längerer Trockenheit draußen auf schweren Marschböden laufen, sieht man nach mehreren Wochen schwere Klauenschäden. Die Klauengesundheit leidet. Der Hornschuh wird hart und spröde. Sobald es regnet, legen sich die Probleme innerhalb von Tage.

Spröde Struktur

Fußbäder, besonders solche mit Formalin oder Kupfersulfat, härten den Hornschuh. Gleichzeitig wird die Zwischenzellsubstanz erhärtet und spröder. Es fehlt Flexibilität, sodass die Zellstruktur geschwächt wird. Diese Situation stresst und quetscht die Lederhaut, die zwischen Knochen und Hornschuh sitzt. Eine geringe Durchblutung sorgt gleichzeitig für eine schlechtere Versorgung der hornbildenden Schicht, die zwischen Lederhaut und Hornschuh liegt. Dadurch kann eine Belastungsrehe provoziert werden. Hinzu kommt, dass zwei harte Gegenstände, die aufeinander reiben, schneller verschleißen. Dies ist bei einem harten Hornschuh und einer harten Lauffläche der Fall. Der Abrieb wird erhöht. Dadurch wird zwar das Wachstum angeregt, aber das neue Gewebe weist eine schlechtere Struktur und damit eine geringere Stabilität auf.

Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, zeigen Berichte, dass diese Klauenbäder nicht notwendigerweise zu weniger Klauenerkrankungen führen.

Flexibel sein

Die Flexibilität des Hornschuhs ist entscheidend für seine Funktionalität. Werden die Strukturen durch ein Klauenbad härter, geht ein großer Teil dieser Nachgiebigkeit verloren. Hinzukommt ein höherer Abrieb durch zwei harte Oberflächen. Das dadurch angeregte Wachstum lässt Gewebe mit schlechterer Struktur entstehen.

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