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Aufreger bei landlive

Soforthilfe für Milchbauern: 'Wer profitiert nun davon?'

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Redaktion agrarheute, agrarheute
am
23.08.2016

Erste Tendenzen des Programms zur Reduzierung der Milchmenge sind bekannt. Auf landlive wird darüber derzeit intensiv diskutiert.

In diesen Tagen wird auf politischer Ebene über das Programm zur Reduzierung der Milchmenge diskutiert, für das die EU rund 150 Millionen Euro zur Verfügung stellt. Der BDM hat in der vergangenen Woche erste Details veröffentlicht.

Auch auf landlive.de wird das Thema heiß diskutiert. 'Kone' startete einen Thread dazu mit folgenden Worten: "Jetzt wissen wir also, wie die "Soforthilfe" für Milchbauern verteilt wird. Betriebe, die die Milchmenge im Quartal gegenüber dem Vorjahresquartal reduzieren, kommen in den Genuss dieser zweifelhaften Förderung. Wer profitiert nun wirklich davon?"

'Fendt312V' meint dazu: "Wirkliche Betriebe mit entsprechender Flächenausstattung werden hier kaum was holen können. Auslaufmodelle hingegen werden grinsen. Aber so ist das doch mit allen Förderungen, der eine steckt's ein und der andere kann das Ergebnis selber ausbaden."

'Musikustom' wirft ein: "[...] Wie schnell ein kg Butter wieder teurer werden kann. Vor ca. 4 Wochen kostete es noch 70 Cent, dann 90 Cent und jetzt schon wieder 99 Cent. Wenn der Milchpreis auch so schnell steigen würde, könnte man wieder leben! [...] Ich würde sagen, sollen gleich das Programmgeld alles ausbezahlen, dann reicht es schon wieder eine Weile."

'Kann das Thema nicht mehr hören'

'User 240236' schreibt: "Ich kann dieses Thema schon gar nicht mehr hören. Erstens wird der Eindruck erwägt, als wäre nur die Milch zu billig [...] und zweitens, jede Förderung oder Subvention hat einen Hacken."

'Kone' antwortet darauf: "Ich glaube, du hast den Ernst der Lage nicht verstanden. Einem Betrieb mit 70 Kühen fehlen in einem Jahr mindestens 60.000 Euro bei 26 Cent/kg, wenn man von einem normalen Preis von 36 Cent ausgeht. Im Norden darfst du wohl noch 10.000 Euro dazu rechnen. Vergleicht man mit dem Gewinn laut Agrarbericht der letzten Jahre ist man tief in den roten Zahlen."

Darauf entgegnet '240236' wieder: "Vom Ferkel fehlen auch 10 Euro um wirklich kostendeckend arbeiten zu können, mal 6.000 St./Jahr, dann sind wir auch bei den 60.000 Euro. Getreide ist auch nicht kostendeckend zu produzieren, usw. Ich habe den Ernst der Lage schon erkannt, nur du dürftest mal über den Tellerrand rausschauen um zu erkennen, dass Milch nicht das einzige ist, das zur Zeit nicht kostendeckend ist."

Dem fügt 'Seebauer' hinzu: "Bin Milchviehbauer, und geb dir Recht, gerade beim Getreide trifft es ja alle. Dieses Jahr haben wir unser eigenes Futter vom Acker teuer produziert. Kleine Einschränkung, bei den Schweinen rechnet man ohne den Ackerbau, also direkt den Futterverbrauch, das wenige Grundfutter fällt nicht so ins Gewicht, der Erlös aus dem Ackerbau kommt als Einnahme dazu. Bei den Rindern ist das Grundfutter als Binnenleistung im Erlös mit drin. Dem Geldbeutel ist's egal, das Geld fehlt einfach."

'Milchquote war Quersubventionierung zu Lasten aktiver Milcherzeuger'

Den Zwischenrufen nach Wiedereinführung der Quote entgegnet Freigeist: "Die politische Entscheidung zur Einführung der Milchquote hat unfassbare Quersubventionierungen zu Lasten der aktiven Milcherzeuger produziert. Sie war eine Marktverzerrung sondergleichen und hat den Strukturwandel beschleunigt. Gut, dass sie weg ist und es keine staatlichen Eingriffe derart mehr gibt."

Einmal in Fahrt ergänzt 'Freigeist': "Der größte Irrtum vieler Berufskollegen ist, das das Lawiamt, der Bauernverband, Berater oder Landwirtschaftsminister für das wirtschaftliche Auskommen eines landwirtschaftlichen Betriebes verantwortlich seien. Sie sind nicht verantwortlich und übernehmen daher auch keine Verantwortung für die Lage des einzelnen Betriebs. Politiker entscheiden über die Rahmenbedingungen, welche sich ständig ändern. Und wir alleine sind für unser wirtschaftliches Handeln verantwortlich, für Entscheidungen, die wir treffen in wandelnden Märkten und mit wandelnden Rahmenbedingungen."

'Ackerbauer': "Mir ist das alles zu blöd, ich racker mich nicht zu dem Preis ab. Momentan hab ich meine Kuhzahl drastisch reduziert, das Futter liefere ich teilweise an die Futtertrocknung - oder baue mir eine Reserve auf. Die Melkzeit hat sich z.b gerade halbiert. In der freien Zeit baue ich gerade Schleppschlauchgestänge, welche ich günstig anbiete."

Die Agrarminister der Bundesländer: CDU/CSU und Grüne gleichauf

Barbara Otte-Kinast
Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.
Politiker Peter Hauk
Politiker Thomas Schmidt
Ursula Heinen-Esser
Politiker Jörg Vogelsänger
Politiker Till Backhaus
Politiker Robert Habeck
Politikerin Claudia Dalbert
Politikerin Priska Hinz
Politiker Volker Wissing Ulrike Höfken
Politikerin Birgit Keller
Politiker Reinhold Jost
Bundeslandwirtschaftsministerin
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